Das Elend der Extremismusrhetorik

Frankreichs Wahl, die Gleichsetzung von Links und Rechts - und mediale Zutaten für den großen Populismus-Eintopf. Ein Kommentar

  • Von Tom Strohschneider
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

Die Deutsche Presse-Agentur nennt sich »unabhängiger Dienstleister« und gehört zu den großen Inhalteproduzenten dieser Republik. Was die dpa tickert, melden viele Newsportale, auch das »nd«, und was die dpa an Nachrichten bringt, lesen sehr viele Menschen. Zum Beispiel so etwas: »Mit der Rechtspopulistin Marine Le Pen und dem Linksaußen-Politiker Jean-Luc Mélenchon stehen gleich zwei Europakritiker zur Wahl, deren Erfolg die EU in eine tiefe Krise stürzen dürfte.« Oder das: »Falls extreme Kandidaten wie Le Pen oder Mélenchon in die Stichwahl gelangen sollten, könnte die Euro-Währung unter Druck kommen, lautet die Erwartung an den Finanzmärkten.«

Wer jetzt noch immer nicht verstanden hat, was Märkte und offenbar auch die Deutsche Presse-Agentur erwarten, bekommt von letzterer noch einmal Nachhilfe: »Falls beide Anwärter schon in der ersten Runde scheitern sollten, wäre dies ein Signal, dass Populisten in Europa einzudämmen sind.« U...

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