Am Nachmittag fielen die Schüsse

Eine Schießerei am 1. Mai 1977 auf dem Taksim-Platz gilt als drastischer Wendepunkt in der jüngeren Geschichte der Türkei

  • Von Nelli Tügel
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Der in der Türkei inhaftierte Journalist Deniz Yücel hat in der »Welt« einmal geschrieben, entlang der Maikundgebungen lasse sich eine Geschichte darüber schreiben, wie es in der Türkei um die Grundrechte bestellt sei. »Nämlich so: ganz schlecht, schlecht, schlecht, schlecht, geht so, schlecht.« Das war vor zwei Jahren. Inzwischen sind wir wieder bei »ganz schlecht« angekommen.

Am Montag berichtete CNN Türk, der türkische Innenminister Süleyman Soylu (AKP) habe alle Kundgebungen am 1. Mai auf dem Taksim-Platz in Istanbul verboten - wie auch schon in den vergangenen Jahren. Eine kurze Phase der Entspannung um den Taksim-Platz hatte es nur 2010 bis 2012 gegeben, als genehmigte, friedliche Massendemonstrationen dort stattfinden konnten.

Doch der diesjährige 1. Mai ist nicht nur einer von vielen verbotenen Maifeiertagen. Er ist auch der 40. Jahrestag des Taksim-Massakers, jenes Ereignisses also, das maßgeblich dazu beigetragen ha...


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