Werbung

Die Außenseiter gegen den Riesen

Berlins Volleyballer treffen beim Final Four der Champions League auf den Titelverteidiger Zenit Kasan

  • Von Kirsten Opitz, Rom
  • Lesedauer: 2 Min.

Für Trainer Roberto Sernotti sind die Rollen im Final Four der Champions League klar verteilt. »In meinen Augen ist es wahrscheinlich das einfachste Spiel der gesamten Saison, denn gegen diesen Gegner haben wir absolut nichts zu verlieren«, sagt der Italiener vor dem Halbfinale seiner Berlin Volleys gegen Zenit Kasan.

Ihrem Schicksal kampflos ergeben soll sich seine Mannschaft allerdings nicht. Angesichts der jüngsten Erfolge ist es durchaus möglich, den »russischen Riesen« im Palalottomatica in Rom ein Schnippchen zu schlagen. »Normalerweise würde ich sagen, dass wir gegen Kasan keine Chance haben, aber die Champions-League-Siege gegen Lube, Rzeszow, Istanbul und Moskau lassen uns an alles glauben.«

Auch in der Top-Sechs-Runde galten die Berliner gegen Dynamo Moskau als klarer Außenseiter. Dennoch setzte sich der deutsche Meister mit zwei 3:2-Siegen durch und qualifizierte sich damit erstmals sportlich für die Runde der letzten Vier. In der Saison 2014/15 war Berlin als Gastgeber des Turniers gesetzt.

Doch Kasan ist bei allem Respekt für den russischen Ligakonkurrenten eine ganz andere Hausnummer. Der viermalige Champions-League-Sieger nimmt in Rom zum siebten Mal in Serie am Final Four teil, der dritte Triumph in Folge soll klar gemacht werden. »Volleyball ist einfach. Man kann mit Taktik und Mentalität vieles ausgleichen, aber am Ende ist es entscheidend, wie hoch man springt und wie stark man angreift«, so Sernotti: »Mit Wilfredo Leon, Matthew Anderson und Maxim Michailow verfügt Kasan gleich über drei der besten acht Angreifer weltweit.«

Wie man Kasan zumindest ein bisschen ärgern kann, können sich die Berliner vom Ligakonkurrenten VfB Friedrichshafen abschauen. Zenit gab in der ganzen Königsklassen-Saison nur zwei Sätze ab, einen davon gegen die »Häfler«. Die Freude darüber war so groß, dass VfB-Trainer Vital Heynen damals allen Fans in der Arena nach Spielende Freibier spendierte.

Vielleicht dürfen sich die rund 100 mitgereisten Berliner Fans ja am Ende über eine ähnliche Aktion freuen. Edelmetall soll es aber auf jeden Fall geben. »Wir wollen eine Medaille gewinnen. Es wird schwierig, diese schon mit einem Erfolg im Halbfinale gegen Zenit klar zu machen, aber wenn sich die Chance bietet, gilt es diese beim Schopfe zu packen«, sagt Nationalspieler Robert Kromm selbstbewusst. Man müsse dafür allerdings »ein perfektes Match« zeigen, so der Berliner Kapitän.

Im zweiten Halbfinale kommt es zum italienischen Duell zwischen Sir Sicoma Colussi Perugia und Cucine Lube Civitanova. Der Gewinner des Final-Four-Turniers qualifiziert sich für die Klub-WM im Dezember in Polen. Titelverteidiger ist dort der brasilianische Klub Sada Cruzeiro Contagem, der als Südamerikameister wieder dabei sein wird. SID/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Als unabhängige linke Journalist*innen stellen wir unsere Artikel jeden Tag mehr als 25.000 digitalen Leser*innen bereit. Die meisten Artikel können Sie frei aufrufen, wir verzichten teilweise auf eine Bezahlschranke. Bereits jetzt zahlen 2.600 Digitalabonnent*innen und hunderte Online-Leser*innen.

Das ist gut, aber da geht noch mehr!

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen und noch besser zu werden! Jetzt mit wenigen Klicks beitragen!  

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!