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Zwei Prozesse gegen Nazis an einem Tag eingestellt

Verfahren nach Überfall auf eine DGB-Maikundgebung in Weimar gegen Geldbußen beendet / Koblenzer Neonazi-Mammutprozess platzt wegen Alter des Richters

Weimar/Koblenz. Zwei Jahre nach dem Neonazi-Überfall auf eine DGB-Maikundgebung in Weimar ist das Verfahren gegen fünf junge Männer eingestellt worden. Die Angeklagten im Alter von jetzt 20 bis 22 Jahren aus Sachsen und Hessen müssen Geldauflagen in Höhe von 350 bis 650 Euro an das Kinderhospiz im thüringischen Tambach-Dietharz zahlen. Außerdem verfügte der Richter am Weimarer Amtsgericht am Dienstag die Zahlung von jeweils 100 Euro an den Nebenkläger, der durch Faustschläge verletzt worden war.

Am 1. Mai 2015 hatten etwa 40 gewalttätige Rechte, überwiegend aus Sachsen und Brandenburg, die Mai-Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Weimar gestürmt und mehrere Menschen attackiert. Drei Menschen wurden dabei leicht verletzt.

Mammut-Prozess in Koblenz geplatzt

17 Angeklagte, 34 Verteidiger, fast 1.000 Seiten Anklage, 337 Verhandlungstage und am Schluss ein Paukenschlag: Einer der umfangreichsten Neonazi-Prozesse Deutschlands ist geplatzt. Im Windschatten des später begonnenen Münchener Verfahrens um die NSU-Morde hat sich vor dem Landgericht Koblenz eine Hauptverhandlung mit weniger gravierenden Vorwürfen fünf Jahre lang hingeschleppt.

Schuld am Prozessabbruch ist ein Ruhestand. Gerichtssprecherin Tanja Becher teilt am Dienstag mit, die Hauptverhandlung werde ausgesetzt, weil der Vorsitzende Richter Hans-Georg Göttgen mit Erreichen der Altersgrenze Ende Juni laut Gesetz aus dem Dienst scheiden müsse. Bis dahin sei aber ein Prozessende auszuschließen. Der ursprüngliche Ergänzungsrichter musste schon vor Längerem für einen anderen Pensionsfall der Staatsschutzkammer einspringen.

Ob das Verfahren in irgendeiner Form weitergeführt wird, ist derzeit unklar. Prozessauftakt war im Sommer 2012. Die Vorwürfe der Anklage reichen von Gewalt gegen Linke etwa in Dresden über einen unangemeldeten Aufmarsch mit Fackeln in Düsseldorf und aufgesprühte Hakenkreuze bis hin zu versuchten Brandanschlägen auf Autos. Die »kriminelle Vereinigung« mutmaßlicher Neonazis des »Aktionsbüros Mittelrhein« sei in Bad Neuenahr-Ahrweiler in ihrem sogenannten Braunen Haus zusammengekommen. dpa/nd

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