VW glänzt mit Imagepflege statt Erneuerung

Grit Gernhardt ärgert sich über die neue Strategie des Autobauers

Mit technischen Schummeleien und Software-Manipulationen fuhren viele Autokonzerne - besonders VW - jahrelang gut. Dieselautos wurden gekauft, auch weil sie teils als vermeintlich umweltfreundlichere Alternative zum Benziner dargestellt wurden. Da die Strategie sich mit dem Bekanntwerden des Dieselskandals als Sackgasse herausstellte, plant Volkswagen nun eine Imagekampagne.

Statt aber endlich umweltfreundliche Autos herzustellen beziehungsweise die vorhandenen Alternativen im Elektromobilitätsbereich deutlich auszubauen, setzt der Wolfsburger Autoriese weiter auf die Stickoxidschleudern. Sogar herstellerübergreifend will VW-Chef Matthias Müller das Ansehen der Dieselfahrzeuge verbessern, aller sonstigen Konkurrenz um die Käufer zum Trotz. Drohende Fahrverbote für Euro-5-Diesel in Innenstädten dürften das Muffensausen bei den Autobauern verstärkt haben.

Doch das Festhalten an den luftverschmutzenden Selbstzündern zeigt vor allem eines: Dass die Gewinnmargen für Dieselautos immer noch viel zu hoch sind, während sich etwa mit Elektroautos - auch wegen der jahrelangen Verweigerungshaltung der deutschen Industrie - keine Renditen erwirtschaften lassen. Das Geld für die geplante Imagekampagne wäre im Entwicklungsbereich deutlich besser aufgehoben.

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