Werbung

Überall ein Lyriker

Hans-Jürgen Döring tot

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Mit Bestürzung haben Vertreter aus Kultur und Politik auf den plötzlichen Tod des Vorsitzenden des Thüringer Schriftstellerverbandes, Hans-Jürgen Döring, reagiert. Der 65-Jährige war am Wochenende völlig unerwartet in seinem Eichsfelder Wohnhaus verstorben. Döring habe mit seinem offenen, einnehmenden Wesen etwas verkörpert, was nur wenige Menschen auszeichne: »Er fand die Balance zwischen Politik und Poesie, er war Demokrat mit ganzer Seele«, hieß es in einem Nachruf der in Weimar erscheinenden »Thüringischen Landeszeitung« (Dienstag).

Als Politiker habe der langjährige Landtagsabgeordnete der SPD und »Schöpfer eines kleinen Welttheaters« leidenschaftlich für den Erhalt der Thüringer Kulturlandschaft gekämpft - und sie als Lyriker bereichert. Lyrik sei für den Lehrer für Sport und Deutsch anfangs nur ein Ventil gewesen. Die FDJ habe einst seine Begabung gefördert, und die Begegnung mit dem Jenaer Oppositionellen Jürgen Fuchs, mit dem ihn eine enge Freundschaft verband, habe ihn ermutigt, die Widersprüche des Sozialismus zu benennen. »Döring, der die Silly-Musik liebte und bei Tamara Danz mal eine Nacht mit Rio Reiser durchgezecht hatte, dichtete überall - im Zug, bei Spaziergängen und im Landtag«, schreibt die Zeitung. Bis zuletzt habe sich der Verstorbene den gesunden (Selbst-)Zweifel bewahrt. In einem Interview forderte er einst, Autoren müssten lernen, »im Regen zu tanzen«. epd/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen