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Zahmes Duell Kraft vs. Laschet

Beim Aufeinandertreffen der Spitzenkandidaten von SPD und CDU gab es keinen Streit - und keine Antworten auf drängende Fragen

  • Von Sebastian Weiermann
  • Lesedauer: 3 Min.

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Mit Spannung wurde das Aufeinandertreffen der beiden Spitzenkandidaten im NRW-Wahlkampf erwartet. Hannelore Kraft (SPD) traf am Dienstagabend im Fernsehen als amtierende Ministerpräsidentin auf ihren Herausforderer Armin Laschet (CDU). Doch ein lebhafter Disput sollte sich nicht aus dem Gespräch entwickeln. Der Abend brachte folglich auch keinen Sieger hervor.

An den WDR-Chefredakteurinnen Sonia Seymour Mikich und Gabi Ludwig lag es nicht, dass das Gespräch nur selten Fahrt aufnahm. Zu vier Themenkomplexen sollten die beiden Politiker Stellung beziehen - Sicherheit, Zuwanderung, Bildung und Arbeit. Oft kreisten Kraft und Laschet um die bereits bekannten Standpunkte im NRW-Wahlkampf. Laschet kritisierte bei der Sicherheit hohe Einbruchszahlen, Kraft verwies auf die Ballungsräume im Land, die Einbrüche wahrscheinlicher machten als etwa in einem bayerischen Dorf. Laschet forderte die Schleierfahndung, Kraft ist der Meinung, die Polizei komme auch ohne klar. Spannend wurde es in dem Bereich nur in Details, etwa als Kraft sagte, sie sehe »zurzeit« keinen Grund für einen Rücktritt von Innenminister Ralf Jäger. Laschet hatte zuvor dessen Versäumnisse aufgezählt.

Auch bei der Zuwanderung waren sich die beiden Spitzenkandidaten größtenteils einig. Laschet verteidigte die von Thomas de Maizière (CDU) ausgelöste Debatte über eine deutsche Leitkultur. Kraft gefiel das sprachlich nicht so gut, »Burka« will sie aber auch nicht tragen. Ein wenig gestritten wurde dann nur darüber, ob das Land genug für die Unterbringung von Flüchtlingen getan hat oder die Kommunen im Stich gelassen wurden.

Auch in der Bildung gab es keine großen Unterschiede. Abitur nach 12 oder 13 Jahren - Kraft will, dass sich die Schüler individuell entscheiden, Laschet ist der Meinung, die Schulen sollen bestimmen, was sie anbieten. Ein wenig attackierte Laschet Kraft für Unterrichtsausfall und den maroden Zustand von Schulen.

Beim Thema Arbeit kritisierte der CDU-Mann, dass die Grünen einen zu großen Einfluss hätten und Ansiedlungen von Unternehmen verhinderten. Wirkliche Konzepte auf drängende Probleme, wie etwa die hohe Zahl der Arbeitslosen im Ruhrgebiet gesenkt werden kann, blieben beide schuldig.

Regieren würde die amtierende Ministerpräsidentin gerne weiter mit den Grünen. Laschet hofft dagegen auf ein Bündnis mit der FDP. Klar grenzten sich beide von der rechtspopulistischen AfD ab. Aber auch die LINKE ist bei beiden nicht wohl gelitten. Kraft bezeichnete das LINKE-Programm als »Wolkenkuckucksheim« und wünschte sich, die Partei möge nicht in den Landtag einziehen. Auf Laschets Angriff, Kraft habe sich von 2010 bis 2012 von der LINKEN tolerieren lassen, konterte die Ministerpräsidentin, sie habe auch mit FDP und CDU kooperiert.

Die spannendere Frage, nämlich was die SPD-Frau und der CDU-Mann von einer Großen Koalition halten, wurde im TV-Duell nicht gestellt. Fest steht aber, so weit sind Kraft und Laschet nicht auseinander. Deswegen blieb das Duell auch ohne klaren Sieger. Dem Herausforderer ist es nicht gelungen, die Amtsinhaberin in die Ecke zu drängen, konnte aber mit seinen Vorstößen immer wieder punkten. Kraft war nämlich nicht in der Lage, klar darzustellen, was sie in den letzten sieben Jahren geleistet hat, strahlte aber meistens eine vertrauensvolle Ruhe aus.

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