Jérôme Lombard 05.05.2017 / Berlin

Antisemitismus ist Alltag

Vielfalt prägt die jüdische Gemeinschaft / Angst vor Anfeindungen haben fast alle

»Ich kann heute ganz selbstbewusst sagen, dass ich jüdisch bin«, sagt Ella Nilova mit kraftvoller Stimme. In dem Seminarraum vor ihr sitzen ein Dutzend Journalisten, viele von ihnen Deutschlandkorrespondenten europäischer Tageszeitungen. Das Janusz-Korczak-Haus in der Rathausstraße in Mitte ist an diesem Mittwochnachmittag voll. Der Mediendienst Integration, eine Plattform für Medienschaffende, hat zur Infotour geladen. Das Thema: »Jüdisches Leben in Berlin heute - Vielfalt, Alltag, Herausforderungen«.

Eine Journalistin aus Norwegen möchte wissen, wieso Ella Nilova damals ausgewandert ist. »Damals« heißt in ihrem Fall in den 1990er Jahren. »Ausgewandert« bedeutet aus der Ukraine nach Deutschland. »In der Sowjetunion war Jude ein Schimpfwort. Obwohl ich aus einer jüdischen Familie stamme, habe ich von Zuhause keine Traditionen mitbekommen. Man wollte nicht auffallen. Für mich war klar: Meine Kinder sollen selbstbewusst zu ihrem Jud...

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