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Grit Gernhardt über fehlende Hebammen und verunsicherte Schwangere

Bewohner der Nordseeinseln kennen das Problem: Sie haben zwar Strände, Muscheln und Wattwürmer direkt vor der Haustür, aber weit und breit keine Kreißsäle mehr. Wer kurz vor der Entbindung steht, muss sich aufs Festland begeben und dort entfernt von Partner oder Familie auf die Geburt warten. Das mag solange funktionieren, wie keine Komplikationen - etwa Früh- oder Sturzgeburten - dazwischenkommen, aber von der Idealvorstellung einer Entbindung ist das Szenario denn doch weit entfernt.

Auch auf dem bundesdeutschen Festland zeichnen sich dramatische Entwicklungen ab. Vor 13 Jahren hatten noch 250 Kliniken mehr als heute einen Kreißsaal. Die Folge: Anfahrtswege werden länger, eine flächendeckende Geburtsbetreuung ist vielerorts nicht mehr gewährleistet.

Und nicht nur an Entbindungsorten mangelt es: Durch die stark gestiegenen Versicherungsprämien gaben hunderte freiberufliche Hebammen in den vergangenen Jahren die Geburtsbegleitung auf, in den Kliniken wird händeringend Nachwuchs gesucht. Personalmangel, Schichtdienste und unzureichende Vergütung bieten kaum Anreize, in den Beruf einzusteigen. Doch Hebammen werden gebraucht, schließlich ist eine Geburt nicht in erster Linie ein medizinisches Ereignis. Dafür braucht es Geld - und mehr Wertschätzung von politischer Seite.

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