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Verhandlung in Luxemburg

Leistungsschutzrecht

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) wird sich mit dem umstrittenen deutschen Leistungsschutzrecht für Presseverleger befassen. Das Gericht in Luxemburg müsse entscheiden, ob Deutschland das Gesetz in einem Notifizierungsverfahren bei der EU hätte anmelden müssen, entschied das Landgericht Berlin am Dienstag. Der deutsche Gesetzgeber hatte vor dem Inkrafttreten der neuen Passagen im Urheberrechtsgesetz 2013 kein solches Verfahren veranlasst. Durch die Vorlage beim EuGH verzögert sich das Urteil in dem Prozess, in dem die Verwertungsgesellschaft VG Media Schadenersatz vom Internetkonzern Google fordert. (AZ: 16 O 546/15)

Nach dem Leistungsschutzrecht dürfen Presseverleger Gebühren verlangen, wenn ihre Inhalte kommerziell im Internet genutzt werden, beispielsweise durch Suchmaschinen. Einzelne Wörter und kleinste Textausschnitte sind von der Regelung ausgenommen. Suchmaschinen wie Google können demnach auch weiterhin kostenlos kurze Auszüge von Artikeln anzeigen. Wie lang ein solcher »Textschnipsel« sein darf, ist im Gesetz allerdings nicht festgelegt.

Deutsche Presseverlage verlangen eine konkrete Vergütung durch Google nach dem Urheberrecht. Der US-Konzern lehnt dies ab. Die VG Media, die mehr als 200 digitale Verlagsangebote vertritt, reichte deshalb Klage beim Landgericht Berlin ein. Das Gericht teilte nun mit, die Klage könnte nach Auffassung der zuständigen Kammer »teilweise begründet« sein, wenn die urheberrechtlichen Vorschriften anwendbar seien. Dies sei nach der bisherigen Rechtsprechung des EuGH nur dann der Fall, wenn ein Notifizierungsverfahren durchlaufen worden wäre. epd/nd

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