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rbb: Druck auf Energie vom rechten Rand

  • Von Tomas Morgenstern
  • Lesedauer: 2 Min.

Es waren alarmierende Bilder vom Regionalligaspiel zwischen dem SV Babelsberg 03 und Energie Cottbus - Pyrotechnik, wabernde Rauschschwaden, randalierende Cottbuser Fans auf dem Rasen. Empört hat sich das Energie-Präsidium vor reichlich einer Woche von den Randalierern distanziert, Potsdams Bürgermeister Jann Jakobs (SPD) reagierte entsetzt. Dass es sich bei den Cottbuser Attacken nicht um einen Ausrutscher handelte, belegen gemeinsame Recherchen des Rundfunks Berlin Brandenburg (rbb) und der »Potsdamer Neuesten Nachrichten«, die am Dienstag veröffentlicht wurden.

»Zahlreiche Fans des Viertligisten Energie Cottbus neigen zu Gewalt und versuchen dabei, auch andere Energie-Anhänger anzustacheln«, konstatiert der rbb. Die Drohungen seien derartig kriminell, heißt es in einem internen Fanforum, dass es kein Wunder sei, dass es weder Fahnen noch organisierten Support gebe.

Vor allem die Gruppierung »Inferno Cottbus« versuche, die Fans mit Gewalt auf Linie zu bringen. Sicherheitsbehörden, so der rbb-Bericht, sprächen von ungefähr 50 bis 60 Personen bei dieser Gruppierung - darunter Neonazis, Kampfsportler, Rocker und Hooligans. Und der Sender zitiert einen Insider der Cottbuser Fanszene mit den Worten: »Hier geht es eigentlich nicht mehr um Fußball, sondern um eine sich etablierende rechte Mafiastruktur, die sich das Stadion als Bühne und Rekrutierungsfeld gekapert hat - und mit aller Gewalt ihre Vormachtstellung im Stadion aufrechterhalten will.«

Vor diesem Hintergrund forderte die sportpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Landtag, Kathrin Dannenberg, mehr Prävention und kontinuierliche Fanbetreuung. »Randale, rechtsextreme und antisemitische Ausfälle, Gewalt und Kriminalität machen den Sport kaputt. Diese Erscheinungen haben auch im Stadion nichts zu suchen«, erklärte sie. Gegen derartige Netzwerke müsse hart und zügig vorgegangen werden. Es könne nicht sein, dass solche Gruppierungen für eine »spürbare Bedrohungslage« in der Stadt sorgen, wie es die Recherchen beschreiben. Die Abgeordnete begrüßte, dass diese Situation in dieser Woche im Innenausschuss des Landtages thematisiert werde.

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