Werbung

Cottbus muss klarer handeln

Julien Duez über die Selbstauflösung einer Energie-Hooligangruppe

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Mit markigen Worten gab die Cottbuser Hooligangruppe Inferno am Mittwoch ihre Auflösung bekannt. »Der Name Inferno Cottbus ist für alle Zeit untrennbar mit der Fanszene des FC Energie verknüpft. Jene Fanszene, die wir in Trümmern liegend nun hinterlassen.« Nur 24 Stunden nachdem »PNN« und »rbb« über »rechte Mafiastrukturen« auf der Energietribüne berichteten, zieht sich eine der härtesten Gruppierungen im rechtsextremen Teil der deutschen Fanszene zurück. Hitlergrüße, antisemitische und rassistische Parolen - all das ist erst mal vorbei. Die Gruppe wollte wohl einem Verbot zuvorkommen.

Übermäßige Freude ist dennoch nicht angebracht, es bleiben Fragen. Was wird aus der Nachwuchsgruppe »Unbequeme Jugend«? Wer sagt, dass »Inferno« nicht umgehend eine Ersatzstruktur gründet? Kann sich Energie sicher sein, dass der größte innere Feind abtritt? Oder muss er dessen baldige Rückkehr fürchten?

Der Verein hätte solchen Fans schon viel früher den Zugang zum Stadion verbieten müssen. Die Selbstauflösung der Problemgruppe ist scheinheilig und wird das Naziproblem beim Lausitzer Traditionsverein nicht lösen. Auch sportlich geht es dem Zweiten der Regionalliga Nordost nicht so besonders. Der Profifußballs erscheint ferner denn je. Oder wie es Kulttrainer Eduard Geyer umschrieb: Abgestiegen sei man schlicht »durch Dummheit«.

Dieser Tage muss Cottbus schlauer sein, soll dereinst das Ziel Wiederaufstieg geschafft werden. »In Cottbus verwurzelt, mit Energie verbunden«, lautete der Inferno-Schlusssatz. In Zukunft ist es Pflicht für den Verein, sich klarer von solchen Fans zu distanzieren. Erst dann wird auch das »Stadion der Freundschaft« seinem Namen wieder gerecht.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen