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Zwischen Hoffen und Bangen

Die Linkspartei hat ihr Ergebnis im Vergleich mit der NRW-Wahl 2012 verdoppelt

  • Von Philip Zeitner, Düsseldorf
  • Lesedauer: 2 Min.

»Die LINKE steht bei fünf Prozent«, sagt der Sprecher der ARD-Wahlsendung. Bei der zentralen Wahlparty der Partei in Düsseldorf bricht Jubel aus. Gut 300 Menschen strecken die Hände in die Luft, jubeln, klatschen und schwenken Fahnen. Die erste Hochrechnung ist ein Grund zur Freude in der Halle. Doch es ist auch klar, dass die nächsten Stunden eine Zitterpartie werden, die LINKE steht auf der Kippe.

Bundeschef Bernd Riexinger geht gemeinsam mit den NRW-SpitzenkandidatInnen Özlem Demirel und Christian Leye auf die Bühne und ergreift das Wort. »Unser Zug fährt in die richtige Richtung«, sagt er und spricht von einem grandiosen Wahlergebnis, denn die LINKE hat im Vergleich zur Wahl 2012 mindestens doppelt so viele Stimmen erhalten. Mit 2,5 Prozent flogen die Linken seinerzeit krachend aus dem Düsseldorfer Landtag. In den Umfragen der vergangenen Monate stand die Linkspartei bei Werten zwischen fünf und acht Prozent. Das Ergebnis, das auch die Basis als großen Erfolg wertet, führt Riexinger auf den guten Wahlkampf der Partei zurück. »Es wurden die richtigen Themen gesetzt - Kinderarmut, Arbeitslosigkeit. So müssen wir weitermachen«, ruft er der jubelnden Menge zu.

Auch Demirel und Leye loben den Wahlkampf. »Wir haben ihn nicht mit dem großen Geld gewonnen, sondern mit der Leidenschaft der Leute«, sagt Leye, der bisher im Wahlkreisbüro der Bundestags-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht arbeitet und vielleicht bald im NRW-Landtag sitzen wird. Demirel ist stolz auf das Ergebnis und sagt: »Wir haben deutlich gemacht, dass wir das soziale Gewissen in Nordrhein-Westfalen sind.«

Ezgi Güyildar, Listenplatz 11, ist Kandidatin aus Essen und »unglaublich glücklich« über das Ergebnis. Fünf Prozent, trotz der Widerstände von SPD, Grünen und CDU gegen die LINKE, seien hervorragend. Allerdings blickt sie auch auf den zukünftigen rechten Rand des Parlaments: »Es deprimiert mich, dass die AfD über sieben Prozent erreicht hat. Das macht mir schon Sorgen.«

Riexinger betont, wieso es so wichtig wäre, dass die LINKE in den Landtag des bevölkerungsreichsten Bundeslandes einzieht: »Dann haben wir tatsächlich eine linke Opposition, die nicht nur Themen anspricht, die bei allen anderen Parteien zu kurz kommen, sondern auch ein Sprachrohr für die Gewerkschaften und wichtige soziale, außerparlamentarische Bewegungen ist.«

Als um 20 Uhr eine neue Hochrechnung der ARD veröffentlicht wird, weiß die LINKE, dass dies noch ein langer Abend für sie wird. Nach den Zahlen kommt sie auf 4,9 Prozent. Das würde nicht für den Einzug in den Landtag reichen.

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