Der Hering und der »Brexit«

Deutschlands Hochseefischerei sorgt sich um ihre lukrativsten Fanggründe

  • Von Hermannus Pfeiffer, Hamburg
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Wird der Hering in deutschen Fischgeschäften bald knapp? Das fürchtet jedenfalls Uwe Richter, Vorsitzender des Deutschen Hochseefischerei-Verbandes (DHV). Fünf von sechs Heringen, die hierzulande verspeist werden, werden in britischen Hoheitsgewässern gefangen. Und durch Großbritanniens Austritt aus der Europäischen Union sind die Fangrechte gefährdet. London könnte dann seinen völkerrechtlich abgesicherten Anspruch auf die »Ausschließliche Wirtschaftszone« von 200 Seemeilen, das sind rund 370 Kilometer, auch gegenüber deutschen Fischern geltend machen.

In Zahlen ausgedrückt, fallen 50 Prozent der gesamtdeutschen Fangmenge und 30 Prozent der Gesamtumsätze weg, wenn die Briten ihren Anspruch auf die halbe Nordsee durchsetzten. Eine Reduzierung der Löhne für die Schiffsbesatzungen von 15 Prozent wäre unvermeidbar, meint Verbandspräsident Richter. Langfristig wären neben hunderten Vollzeitjobs in der Flotte auch viele Arbeitsplätze i...


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