Philipp Hedemann, Accra 18.05.2017 / Wirtschaft und Umwelt

Abfackeln ohne Schutzbekleidung

Reportage von der Elektroschrottdeponie Agbogbloshie in Ghana

Mit einer langen Eisenstange drischt Ahmed auf die gelb und grün züngelnden Flammen ein. Funken sprühen, beißender Rauch steigt auf. Ahmeds Augen tränen. Als das giftige Feuer erloschen ist, bleibt vom Kabelknäuel nur ein verkohlter Klumpen Draht über. Ahmed wird dafür von einem Kupferhändler vielleicht zwei Cedi, umgerechnet rund 40 Cent, bekommen. Kurzfristig wird der 15-Jährige davon überleben können, langfristig wird ihn die Arbeit in Agbogbloshie, der größten Elektroschrott-Müllkippe Afrikas, wahrscheinlich umbringen. Doch das wird in den reichen Ländern, aus denen die ausrangierten Geräte kommen, niemand mitbekommen. Weil Konsumenten in der ersten Welt immer schneller immer mehr Elektrogeräte haben wollen, arbeiten auf der Müllhalde in der ghanaischen Hauptstadt Accra Tausende Kinder, Jugendliche und Erwachsene unter katastrophalen Bedingungen.

Das Hämmern im Kopf, das Brennen in den Augen, das Kratzen im Hals, das Ziehen in...

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