Illegal, aber lohnend

Export von Elektroschrott ist in Deutschland verboten

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Für den deutschen Verbraucher ist die Sache eigentlich klar: Seit dem 25. Juli 2016 kann er ausgediente kleinere Elektro- und Elektronikgeräte zu Fachhändlern mit mehr als 400 Quadratmeter Verkaufsfläche bringen. Auch größere Onlineshops sind seither zur Rücknahme verpflichtet. Lediglich bei größeren Geräten wie Fernseher oder Kühlschrank ist dies nur dann Pflicht, wenn ein entsprechendes Gerät neu gekauft wird. Wem das zu kompliziert ist, der hat immer noch die Möglichkeit, zur kommunalen Sammelstelle zu fahren; auch dort ist die Rücknahme kostenlos. Der Grund der relativ verbraucherfreundlichen Regelungen liegt auf der Hand: Im Schrott schlummern kleine Schätze - Platinen zum Beispiel enthalten Gold, seltene Erden, Kupfer, Zinn und Blei. Auch nicht ganz so kostbare, aber doch von der Industrie benötigte Rohstoffe wie Aluminium und Eisen finden sich in ausrangierten Geräten.

Dabei geht es um riesige Mengen: Jede Sekunde fallen in deutschen Privathaushalten 20 Kilogramm Elektroschrott an, wird geschätzt. Vieles davon landet am Ende aber doch im Hamburger Hafen und wird von dort nach Afrika oder Asien exportiert, obwohl dies eigentlich verboten ist. Und das geht so: Dubiose Zwischenhändler sammeln die Geräte auf Flohmärkten, Internetplattformen und bei Haushaltsauflösungen ein. Auch von Wertstoffhöfen finden manche Geräte ihren Weg zu ihnen. Um das Verbot des Elektronikschrottexports zu umgehen, deklarieren sie kaputte Geräte als funktionsfähige Second-Hand-Ware. Das mag zum Teil stimmen, auch wird manches vor Ort repariert und wieder verwendet, oft aber nur mit kurzer Lebensdauer. Letztlich landet alles, was exportiert wird, auf riesigen Müllhalden, wo es unter katastrophalen Bedingungen billig wieder verwertet wird. Die zurückgewonnenen Altmetalle werden dann zum Teil auch wieder nach Deutschland transportiert - eine Kreislaufwirtschaft, wie es sich die Konzipierer sicher nicht gedacht haben.

Das Geschäft ist illegal, aber eben auch lohnend. Was für hiesige Unternehmen, die Rohstoffe zurückgewinnen, nicht unbedingt gilt. Bei vielen Altgeräten sind die Kosten dafür nämlich hoch - auch wegen dem Umwelt- und Arbeitsschutz, die in Afrika oder Asien kaum eine Rolle spielen.

Und so wird eben trotz guter Möglichkeiten nur ein Teil der Elektrogeräte hierzulande wirklich fachgerecht entsorgt und recycelt. Darum wissen auch die Entscheider: Laut der auch in Deutschland geltenden EU-Richtlinie mussten 2016 mindestens 45 Prozent des anfallenden Elektromülls erfasst und, wenn möglich, wiederverwertet werden. Bis 2019 soll die Quote auf 65 Prozent steigen.

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