Von Andreas Fritsche

Die LINKE will mehr Geld für alle Lehrer

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) reagierte verärgert auf eine Ankündigung von SPD-Landtagsfraktionschef Mike Bischoff, dass in Brandenburg die Einstiegsgehälter der Lehrer erhöht werden sollen. Dies sei »ein Schlag ins Gesicht aller Lehrkräfte, die bereits in den Schulen arbeiten«, beschwerte sich GEW-Landeschef Günther Fuchs am Donnerstag. Es komme nicht darauf an, die Besoldung für wenige Lehrkräfte zu erhöhen. »Dieser Ansatz zerstört den Schulfrieden.« Es komme darauf an, die Besoldung für alle Lehrer anzuheben. Um im bundesweiten Wettstreit um Absolventen konkurrenzfähig zu werden, müsste die Laufbahn in allen Schulformen attraktiver werden, argumentierte Fuchs. Gleichzeitig müssten ältere Lehrer entlastet werden. Die Lösung des Personalproblems erfordere einen Kraftakt, ein Paket. »Isolierte Einzelmaßnahmen werden nicht zum Erfolg führen und in ihrer Wirkung verpuffen.«

Sollte die rot-rote Regierung Verhandlungen zu diesen Fragen weiter verzögern oder verweigern, »werden wir neue Protestaktionen vorbereiten und den Druck noch vor der Sommerpause und unmittelbar zu Beginn des nächsten Schuljahres spürbar erhöhen«, drohte der GEW-Chef.

Die Landtagsabgeordnete Kathrin Dannenberg (LINKE) betonte am Donnerstag noch einmal, ihre Partei wolle die Besoldung nicht nur beim Einstiegsgehalt anheben, sondern für alle Lehrer. Bereits am Mittwoch hatte Dannenberg erklärt: »Damit Brandenburg für Lehrkräfte noch attraktiver wird, müssen wir bei ihrer Bezahlung nachlegen«. Sie hatte hinzugefügt: »Dazu gehört für uns auch eine Entlastung der dienstältesten Kollegen.« Gegenwärtig laufen aber noch Gespräche mit Bildungsminister Günter Baaske (SPD) und mit Finanzminister Christian Görke (LINKE). »Wir wollen«, so sagte Dannenberg, »möglichst zügig zu einem gerechten Vorschlag kommen und ihn dann schrittweise umsetzen.«

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