Alles nur Opium, alles nur Seufzer?

Über Vorschein und Praxis der Utopien bei Karl Marx - und über die Hybris einiger linker Religionskritiker

Die Religion »ist das Opium des Volkes«, sie ist »der Seufzer der bedrängten Kreatur«1 (Anmerkungen am Ende des Textes). Schlaglichtartig scheint in diesen Formulierungen von Karl Marx das Verhältnis der Linken zur Religion auf, so wie auch ihre Kritiker hier immer wieder ansetzen können. Zudem ist bereits die Diskussion dieser Metapher aus der »Einleitung zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie« in der Folge mehr als misslich.

In »Sozialismus und Religion« übersetzte Lenin korrekt in »Religija est opium naroda«2, verstand aber Religion als bloßes Herrschaftsinstrument der Pfaffen3. Mit Fehlübersetzungen, wie der in Moskau 1965 erschienenen englischen als »for the People«4 wurde so verheerenden wie folgenreichen Fehldeutungen der Weg bereitet5. Danach war das Verhältnis der Linken zur Religion und den Gläubigen rein taktisch den jeweiligen Machtressourcen untergeordnet: mal gelitten, mal verfolgt, mal auszurotten versucht. Nie den berechtigten Anspruch des Glaubensbekenntnisses respektierend6 und immer wiederholend: »Marx geht es prinzipiell um die ›Abschaffung der Religion‹.«7

Kapitalismus als Religion

Für andere hingegen ist die Kritik der Religion bei Marx nicht 1844 schon beendet. Vielmehr mündet sie ins Zentrum seines Hauptwerkes, ins Fetischkapitel von »Das Kapital«, wo sie zur immanenten Ideologiekritik8 wird. Marx übernahm den Fetischbegriff von portugiesischen Jesuiten, die damit Ding-Götter der Indigenen bezeichneten. Diese konnten Macht über die primitiv genannten Menschen gewinnen, weil sie von ihnen gemacht waren.9 Genauso wie dann für Marx im Kapitalismus die sozialökonomischen Verhältnisse »zurückgespiegelt«10 wie »übermächtige, willenlose Naturgesetze«11 ins Leben der Menschen eingreifen. Walter Benjamin verfolgte diese Ansätze zu einer »Religion des Alltagslebens«12 weiter in »Kapitalismus als Religion«13; Antonio Gramsci in seiner Würdigung der widerständigen Bewegungen seit dem Urchristentum.14

Aber wie soll eine immanente Ideologiekritik mit Marx widerspruchsfrei möglich und fruchtbar sein, wenn es immer wieder wie beim Igel und dem Hasen heißt, ich bin schon allhier: Eh‘ alles »Opium« und »Seufzer«?

Ein universales Heilmittel

Als Marx die »Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie« 1844 veröffentlichte15, wurde Opium in allen Altersgruppen und Gesellschaftsschichten konsumiert. Als Lenin diese Metapher in »Sozialismus und Religion« 1905 aufnahm, lief eine weltweite Verbotskampagne. Heutige Linke denken bei Opium in aller Regel an eine Luxus-Freizeit-Droge, womit schon einige Missverständnisse nachvollziehbar werden.

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war Opium legal als Medizin im Gebrauch. Es wurde gegen Schlaflosigkeit, Rheuma, Fieber, Diabetes, Cholera, Depressionen genommen. Es war das Penicillin des 19. Jahrhunderts16 und galt als universales Heilmittel17. Vermögende ließen es sich durch Ärzte verschreiben. Schriftsteller verloren sich darin18. Ärmere nutzten es - aber dieses Opium war oft verschnitten oder gestreckt19. Kriege wurden geführt, um die Vormacht des weltgrößten Drogenhändlers, der britischen »East India Company«, zu sichern. Ein alkoholhaltiger Opiumauszug wurde als Laudanum bedenkenlos in Wirtshäusern ausgeschenkt. Pharmazeuten warben dafür, damit Mütter ihre Kinder bei der Arbeit neben den laufenden Fabrikmaschinen zum Schlafen bringen konnten, wie Marx im »Kapital« anmerkt - dabei übel den Müttern die Schuld für die Opiumabgabe zuteilend20.

Opium ideengeschichtlich

Parallel zu diesem, gegenüber heute zu unterscheidenden praktischen Gebrauch wurde Opium auch anders im religionsphilosophischen Diskurs verstanden. Immanuel Kant schrieb schon über das »Opium fürs Gewissen«, eine Kritik daran, »sich blauen Dunst vorzumachen«21. Hegel argumentierte dagegen, »sich eine träumende Welt und ein Glück des Wahnsinns zu verschaffen«22. Für beide war Opium die Metapher für eine Religion, die sich ihrer selbst noch nicht bewusst ist und also nicht selbstkritisch ihre Vernunftansprüche prüfen kann. Opium wird hier also selbst genommen, nicht aber unter Vorspiegelung unerfüllbarer Hoffnungen oder zwangsweise verabreicht, worauf die Formulierung vom »Opium für das Volk« zielt. Diese wiederum geht auf die These von den drei Betrügern Moses23, Jesus und Mohammed, beim Aufklärer Voltaire »Priesterbetrugsthese«24 genannt, zurück. Die Kritik der Priesterbetrugsthese ist die Voraussetzung aller Religionskritik25. Wer dahinter zurückfällt - wie etwa im Anschluss an Lenin oder in einigen religionskritischen Debatten bis heute - stürzt rückwärts aus der Moderne.

Das ganze Elend der Welt

Die Opiummetapher war auch in der junghegelianischen Debatte dauernd präsent26. Besonders aufschlussreich sind hier Schriften von Heinrich Heine und Moses Hess, weil von ihnen Neues hinzugetan wird, Marx ihnen auch persönlich sehr nahe und seine Auseinandersetzung mit ihnen genauso intensiv wie substanziell war. Heinrich Heine hatte 1840 eine Denkschrift zu Ludwig Börne veröffentlicht27. Seine Polemik eröffnete er mit dem Hinweis, dass Börne das Buch eines französischen Neo-Katholiken übersetzt hatte. Heine ätzt, »geistiges Opium« brauchen die Menschen im »Katholizismus, jener Doktrin der Verzweiflung«. Anders als Kant oder Hegel hat Heine aber schon das ganze Elend der Welt zum Zeitpunkt der Ausbreitung des Christentums im Blick, weshalb Drogenkonsum für ihn kein Wunder ist - »wenn man bedenkt in welch grauenhaft peinlichen Zustand die ganze römische Welt schmachtete«28.

Ein Jahr vor Marx‘ »Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie« waren die »Einundzwanzig Bogen aus der Schweiz«29 unter anderem mit drei Texten von Moses Hess erschienen30. Hess sieht wie Heine, dass »das Opium in schmerzhaften Krankheiten gute Dienste leisten kann, wie die Religion«. Er sieht wie Heine das Elend, hat aber im Unterschied zu ihm ein empathisches Verhältnis zu den Opiumnutzern. Für ihn wäre es »eine grausame Ironie, von Sklaven oder Verzweifelnden Nüchternheit und Heiterkeit des Geistes zu verlangen«. Mit seinem empathischen Blick auf die »Sklaven« fasst er auch die Ambivalenz der mit dem Opium verglichenen Religion genauer. In ihr ist »der Glaube an die Wirklichkeit des Unwirklichen und an die Unwirklichkeit des Wirklichen«31. Utopisches scheint hier auf mit einem universellen Anspruch gleich der Gebrauchsweise des Opiums.

Religions- statt Gesellschaftskritik

Für Heine steht in der Börne-Denkschrift Rationalität gegen Irrationalität, Wissenschaft gegen Aberglauben, die neue Zeit gegen die Reaktion. Er streicht die Debatte darauf zusammen und diskutiert nicht die politischen Fragen, die er mit seiner Beobachtung des »ganzen Elends« selbst auf die Tagesordnung gesetzt hat.

Der von Börne übersetzte Autor nämlich hat es in sich32. Dieser fordert Religions-, Gewissens- und Pressefreiheit sowie eine Trennung von Kirche und Staat ein. Empathisch verteidigte er das Volk: Es muss sich von der Unterjochung durch weltliche und kirchliche Herrscher befreien, um die biblischen Werte der Gleichheit, Freiheit und Brüderlichkeit zu verwirklichen; nur so kann die Befreiung des wahrhaft christlichen Volkes aus der Sklaverei realisiert werden. Er predigte ein radikales revolutionäres Christentum33. Die Rede ist vom Neo-Katholiken Félicité Lamennais, der den gesamten französischen Sozialismus prägte, selbst wenn diese Wurzeln heute fast weitgehend verdeckt sind34.

Die Religion der Anderen

Man meint, in dieser Polemik einen heutigen Religionskritiker beim Kampf gegen das »falsche Bewusstsein« oder gegen die Gegenwart des Religiösen in der Öffentlichkeit wiederzuerkennen. Einen Kritiker, die sich immer nur an der Religion der Anderen abarbeiten, aber stillschweigend voraussetzen: Im Kampf gegen die Religion stehen uns die Kenntnisse über Entwicklungsgesetze der Natur und der menschlichen Gesellschaft als Ergebnisse empirisch-experimenteller Wissenschaft zur Verfügung. Sie sagen: Unterdrückung erwächst nur aus der Religion und wenn diese irgendwie verschwunden ist, kommt erst die Freiheit zu ihrem Recht und stellt sich der Fortschritt ein. - Was für eine Hybris nach dem Jahrhundert der Extreme.

Hess dagegen sieht, wie sich Theorie und Praxis gegenseitig bedingen. Geistige und soziale Knechtschaft können für ihn nur gebrochen werden, indem beide gebrochen werden: »die eine geht der anderen nicht vorher«35, Gleichfreiheit36 wird das heute genannt. Der Kampf tobt so nicht zwischen religiöser und sozialer Knechtschaft, sondern der Riss geht durch die Religion selbst mitten hindurch, wie durch andere gesellschaftliche Sphären auch. Hieran schließt Marx an - und von dorther soll nun gelesen werden, was mit dem »Seufzer der bedrängten Kreatur« gemeint ist.

Der Seufzer der Kreatur

Ein Mensch stöhnt unter einer schweren Last, er weint aufgrund von Schmerzen - aber wegen etwas zu Seufzen, ist Anfang des 18. Jahrhunderts anders gefärbt. Es sind darin »Zeichen des stillen Schmerzes, des Bangens, des Sehnens«37, wie in Grimms »Wörterbuch« feinsinnig beobachtet wurde. Wie beim alten Graf Maximilian von Moor in Friedrich Schillers »Räubern«, der fragt »ist’s ein Unglücklicher, der meiner Hilfe bedarf? Er soll nicht mit Seufzen von hinnen gehen«38. In der Exodus-Geschichte im Alten Testament ist auch davon die Rede, worauf sich Hess und Marx beziehen: Im 2. Buch Moses 2.24 »seufzten«39 die Kinder Israels, weil sie in Ägypten versklavt worden waren.

Gemeint sind beim »Seufzen« über den Schmerz hinaus wahrgenommene Ungerechtigkeiten, bei denen die Betroffenen aus Erfahrung wissen, gehört haben oder ahnen, dass die heute ungerechte Welt früher anders war oder künftig sein könnte. In religiös getragenem Protest sehen Hess und Marx die Utopie einer besseren Welt nicht nur aufscheinen, sondern auch praktisch werden. Freilich gehen Religionen in Utopien nicht auf, so wie Glauben und Hoffen auch etwas Verschiedenes ist. Heines oder Lenins Religionskritik aber entsorgen alles Utopische.

Zwei Jahre nach der »Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie« ändern Marx und Engels bei der Arbeit an der »Deutschen Ideologie« und den »Feuerbachthesen« ihr Forschungsprogramm. Historische Formen der bürgerlichen Gesellschaft werden untersucht und es wird gefragt, wie diese durch eine revolutionäre Praxis entwickelt bzw. aufgehoben werden können40. Marx‘ Grundproblem ist von der frühen Beschäftigung an bis zum »Kapital« nicht, ob es Gott gibt oder nicht, ob man an ihn glauben soll oder nicht. Sein Thema sind die falschen Götter41.

Utopien so oder so

Zeitgenossen übersetzten die Exodus-Geschichte jeweils in ihre eigene Epoche. Sie ermutigte religiöse Bewegungen in Judentum42, Christentum43 und Islam44, sie befeuerte den Kampf um die Sklavenbefreiung45, bei Piraten46, sie wirkte bis zur Befreiungstheologie der Gegenwart47. Sie stiftete zum Aufruhr gegen die Obrigkeit an und legitimierte diesen. Zusammen mit den auf dem Weg der Befreiung gemachten Erfahrungen wurde sie zu einem zentralen Inhalt des kulturellen Gedächtnisses48.

Allerdings führt ein sklavisches Bewusstsein nicht von selbst in die Freiheit. Utopien sind ambivalent, es gibt nicht nur »Utopia« , sondern auch »1984« oder »Schöne neue Welt«. Sklaven können das Verhalten ihrer Herren reproduzieren, sie können barbarisieren statt humanisieren. Sie können in einen Blutrausch verfallen, der nachvollziehbar sein, aber die eigenen Grundlagen irreparabel zerstören kann. Aus der Exodus-Geschichte kann gelernt werden, dass sich die Kinder Israels aus der Sklaverei befreiten, um künftig alle Menschen zu befreien und gemeinsam gleichfrei zu leben. Mit einer Religion, die entschieden eine der Geknechteten und keine der Herrscher ist49.

Anmerkungen und Quellen

1 Karl Marx: »Einleitung zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie«. [1844]. »MEGA« I, 2, 171 / »MEW« Bd. 1, S. 378. Vgl. aktuellen Debatte um die Religionspolitik in den Entwürfen der Bundestagswahlprogramme von SPD, Grünen, FDP und LINKEN: »Menschenrecht auf Glaubensfreiheit. Im Umgang mit dem Islam darf die Religionsfreiheit nicht ausgehebelt werden. Von den Parteien wendet sich nur DIE LINKE explizit gegen anti-muslimischen Rassismus«. In: »DISPUT« Mai, 2017, S. 22/23 und zur AfD im Rezensionsessay »Nächstenliebe kennt keine Obergrenzen« in DISPUT. Sonderausgabe zum Kirchentag, S. 3. Dieser Essay wurde angeregt durch die Texte von Michael Ramminger und Jan Rehmann und verdankt diesen sowie Esther Oluffa Pedersen mehr, als immer angemerkt werden kann. Zitate wurden im Text dem Satzbau angepasst, die genauen Nach- und Hinweise im Folgenden.

2 W. I. Lenin: »Sozialism i Religia« [1905]. Russ. In: »Polnoje sobranije sotschinenii«. Tom. 12, p. 143, vgl. »Sozialismus und Religion« [1905]. Dt. In: »LW«, Bd. 10, S. 73

3 Dazu kommt: Lenin verkürzt Religionen systematisch auf die spezifische Form der christlichen Kirche und hierbei auf die russisch-orthodoxe und meint weiter gar, dass es außerhalb dieses Theismus keine Religion gäbe. Vgl. Michail Ryklin: »Kommunismus als Religion. Die Intellektuellen und die Oktoberrevolution«. Berlin, »Verlag der Weltreligionen«, 2008, S. 13f. Zu Michail Ryklin Rolf Bossart: »Der Glaube der Anderen. Der vulgäre Atheismus und der Niedergang der Religionskritik« In: »Widerspruch« (61) 2011, S. 153-164

4 Vladimir Lenin: »Socialism and Religion«. Engl. In: »Lenin Collected Works« [Moscow 1965]. Vol. 10, p. 83

5 Anja Finger: »The Pains and Pleasures of Opium, Religion, and Modernity: A New View of Robert Owen«. In: »Future of Religion: Toward a Reconciled Society«. Ed. Michael R. Ott, Boston, Brill, 2007, pp. 147–64, p. 154 und Esther Oluffa Pedersen: »Religion is the Opium of the People. An Investigation into the intellectual Context of Marx’s Critique of Religion«. In: »History of the Political Thought«. Vol. XXXVI. No. 2, Summer 2015, p. 355, n. 5

6 Zur Grund- und Menschenrechtsbestimmung von Glaubensansprüchen z. B. vom ehemaligen Bundesverfassungsrichter Dieter Grimm: »Grundgesetzlich irrelevant. Muss der Islam mit dem Grundgesetz vereinbar sein, wie die AfD es fordert? Die Frage ist müßig, denn das Grundgesetz verlangt nichts dergleichen. Auch nicht von Christen. Ein Gastbeitrag«. In: »Frankfurter Allgemeine Zeitung« vom 24. April 2016 und zur Dialektik der Trennung von Kirche und Staat vom früheren Direktor des Deutschen Instituts für Menschenrechte und Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für Religions- und Weltanschauungsfreiheit Heiner Bielefeldt: »Religiös-weltanschauliche Neutralität des säkularen Rechtsstaats. Verständnisse und Missverständnisse eines Verfassungsprinzips«. In: »Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte« 4/2011, S. 24-27 . sowie »Streit um die Religionsfreiheit. Aktuelle Facetten der internationalen Debatte«. Erlangen, 2012, 60 S.

7 Hans-Peter Brenner: »Zur Aktualität marxistisch-leninistischer Religions- und Kapitalismuskritik. Der Beitrag Lenins«. In: »Marxistische Blätter« 5/2010, S. 47

8 Jan Rehmann: »Für eine ideologietheoretische Erneuerung marxistischer Religionskritik«. In: »Das Argument« 299/2012, S. 655-671

9 Michael Ramminger: »Die Linke und die Religionskritik«. In: Franz J. Hinkelammert, Urs Eigenmann, Kuno Füssel, Michael Ramminger (Hrsg.) »Die Kritik der Religion. Der Kampf für das Diesseits der Wahrheit«. Münster, »edition ITP-Kompass«, 2017, S. 128-144 und Kuno Füssel/Michael Ramminger: »Kritik des Götzendienstes und des Fetischismus in der Theologie der Befreiung und bei Papst Franziskus«. In: Franz Segbers/Simone Wiesgickl: »Diese Wirtschaft tötet«. Hamburg, »VSA«, 2015

10 Karl Marx: »Das Kapital. Erster Band«. In: »MEW« Bd. 23, S. 86

11 Karl Marx: »Das Kapital. Dritter Band«. In: »MEW« Bd. 25, S. 839

12 Karl Marx: »Das Kapital. Dritter Band«. In: »MEW« Bd. 25, S. 838

13 Walter Benjamin: »Kapitalismus als Religion« [ca. 1921}. In: »Gesammelte Schriften«, Frankfurt am Main, »Suhrkamp«, Bd. 6, S. 100, dazu die Beiträge von Ulrich Duchrow, Franz Hinkelhammert, Franz Segbers und Michael Brie in: »Kapitalismus als Religion«. Berlin, »rls-papers«, 2013, 2017

14 Antonio Gramsci: »Gefängnishefte. Kritische Gesamtausgabe«. Hamburg, »Argument«, 1991f, Urchristentum und religiöse Volksbewegungen im Mittelalter H6, §78: 769f.; Ketzerbewegungen H16, §9: 1813; Reformation und Calvinismus H16, §9: 1811 und H4, §3: 461. Anne Steckner: »Antonio Gramscis Auseinandersetzung mit Religion im Spannungsfeld zwischen Unterwerfung und Widerständigkeit«.

15 In: »Deutsch-Französische Jahrbücher«. Hrsg. Arnold Ruge und Karl Marx [1844]. Leipzig, »Reclam«, RUB 542, 21981

16 Andrew McKinnon: »Reading ‚Opium of the People‘: Expression, Protest and the Dialectics of Religion«: In: »Critical Sociology«. Vol. 31, Issues 1-2, 2005, S. 15-38

17 »Enzyklopädie der Neuzeit«. Stuttgart, Metzler, 2005ff., Artikel »Drogenkonsum«

18 Besonders tragische Beispiele: Baudelaire, Lord Byron, E. T. A. Hoffmann, Novalis, Edgar Allen Poe, de Quincey

19 Vgl. den Hinweis auf die 20 Jahre spätere, aber auch für früher geltenden Untersuchung des britischen Parlaments in Karl Marx: »Das Kapital. Erster Band«. In: »MEW« Bd. 23, S. 628, Anm. 55

20 Karl Marx: »Das Kapital. Erster Band«. In: »MEW« Bd. 23, Seite 416f., Anmerkung 120

21 Immanuel Kant: »Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft« [21794] Hrsg. Bettina Stangneth, Hamburg, »Meiner«, PhB 545, B 105; AA 6,78; S. 102 Fußnote nur in dieser 2. Ausgabe und B 38; AA 6,38; S. 48

22 Georg Wilhelm Friedrich Hegel: »Philosophie der Geschichte«. Frankfurt/M., »Suhrkamp«, Werke, Bd. 12, S. 208 und Stuttgart, »Reclam«, RUB 4881, S. 248

23 Anonymous: »Traktat über die drei Betrüger« [Ende 17. Jh.]. Hrsg. Winfried Schröder, Hamburg, »Meiner«, PhB 452, 1992

24 Johann Gottlieb Fichte sieht später das Geheimnis der Theologie im Menschen und pocht auf dessen Selbstbestimmung. Gegen seine kantianischen Kollegen und Feuerbach vorwegnehmend: »Ihr macht sonach dieses Wesen [Gott] durch die Beilegung jenes Prädikats [Persönlichkeit und Bewusstsein zu haben] zu einem Endlichen, zu einem Wesen euresgleichen, und ihr habt nicht, wie ihr wolltet, Gott gedacht, sondern euch nur im Denken selbst vervielfältigt«. In: Johann Gottlieb Fichte: »Über den Grund unseres Glaubens an eine göttliche Weltregierung« [1798]. In: »GA« Bd. I, 5, S. 355 und zum ausgelösten Streit Werner Röhr (Hrsg.): »Appellation an das Publikum. Dokumente zum Atheismusstreit Jena 1798/99«. Leipzig, »Reclam« RUB 1179, 1987, S. 20

25 Vgl. Georg Wilhelm Friedrich Hegel in dem Abschnitt »Der Kampf der Aufklärung mit dem Aberglauben« in der »Phänomenologie des Geistes«. In: »GW«, S. 193-311, zur Priesterbetrugsthese S. 294, 298

26 Esther Oluffa Pedersen: »Religion is the Opium of the People. An Investigation into the intellectual Context of Marx’s Critique of Religion«. In: »History of the Political Thought«. Vol. XXXVI. No. 2, Summer 2015, pp. 354-387

27 Heinrich Heine: »Ludwig Börne. Eine Denkschrift«. [1840], »ein Buch, gegen das man Heine in Schutz nehmen muss«, wie Ludwig Marcuse bemerkte. Zur gesamten Debatte Hans Magnus Enzensberger: »Ludwig Börne und Heinrich Heine, ein deutsches Zerwürfnis«. Leipzig, »Reclam« RUB 1396, 1991. Karl Marx verfolgte die Heine-Börne-Debatte sehr genau und plante diese Schrift Heines mit einer »ausführlichen Kritik« zu würdigen. Karl Marx: Brief an Heinrich Heine, ca. Anfang April 1846. In: »MEGA« III, 1, 284 / »MEW« Bd. 27, S. 441

28 Heinrich Heine: »Ludwig Börne. Eine Denkschrift«. In: Hans Magnus Enzensberger: »Ludwig Börne und Heinrich Heine, ein deutsches Zerwürfnis«. Leipzig, »Reclam« RUB 1396, 1991, S. 237 und: »Düsseldorfer Heine-Ausgabe«, Hamburg, »Hoffmann & Campe«, Bd. 11, S. 102f.

29 »Einundzwanzig Bogen aus der Schweiz«. Hrsg. Georg Herwegh. Leipzig, »Reclam«, 1989.

30 Marx hatte seine Mitarbeit an dem Buch geplant. In der Vorrede zu den »Ökonomisch-Philosophischen Manuskripten« weist er auf die »Einundzwanzig Bogen aus der Schweiz« und die drei Texte Hess‘ hin und charakterisiert sie als »inhaltsvoll und originell«. In: »MEGA« I, 2, S. 325f. / »MEW« Bd. 40, S. 468

31 Moses Hess: »Die Eine und die ganze Freiheit«. In: »Einundzwanzig Bogen aus der Schweiz«. Hrsg. Georg Herwegh [1843]. Leipzig, »Reclam«, RUB 1282, 1989, S. 177-184, Zitate S. 179f.

32 Abbé de la Mennnais: »Worte des Glaubens«. Übersetzt von Ludwig Börne. Paris, »Aillaud«, 1843, frz. »Paroles d'un croyant«, 1834. Der Text Nr. XXXV, dt. S. 154-158, ist eine prägnante Kurzzusammenfassung Lamennais‘. Da die in Paris 1843 erschienene dt. Ausgabe sehr schwer greifbar und weitgehend unbekannt ist, stelle ich diesen Text daraus hier zum Download zur Verfügung

33 Julian Strube: »Sozialismus, Katholizismus und Okkultismus im Frankreich des 19. Jahrhunderts«. Diss., Heidelberg, 2015, S. 5, 175, 178, 192-196. Die 2016 erschienene Buchform davon bei »de Gruyter« lag mir nicht vor.

34 Julian Strube: »Sozialismus, Katholizismus und Okkultismus im Frankreich des 19. Jahrhunderts«. Diss., Heidelberg, 2015, S. 41-98

35 Moses Hess: »Die Eine und die ganze Freiheit«. In: »Einundzwanzig Bogen aus der Schweiz«. Hrsg. Georg Herwegh [1843]. Leipzig, »Reclam«, RUB 1282, 1989, S. 177-184, hier 180

36 Étienne Balibar: »‘Menschenrechte‘ und ‚Bürgerrechte‘. Zur modernen Dialektik von Freiheit und Gleichheit«. In: Christoph Menke/ Francesca Raimondi (Hrsg.): »Die Revolution der Menschenrechte«. Berlin, »Suhrkamp«, 2011, S. 279-305; »Gleichfreiheit. Politische Essays« [frz. 2009]. Berlin, »Suhrkamp«, 2012

37 Jacob und Wilhelm Grimm: »Deutsches Wörterbuch«. Artikel »seufzen«

38 Friedrich Schiller: »Die Räuber. Erstdruck 1781« 2.2 S. 49 und »Mannheimer Fassung 1781« 2.4 S. 182, zit. nach Bodo Plachta, Stuttgart, »Reclam«, RUB 18672, 2015

39 Das griechische stenazó, stenagmos für »Seufzen« wird im NT 57 mal und im AT 8 mal verwendet. Begriffliche Schärfe sollte in den Quellen ihrer Entstehungszeit und Redaktionsgeschichte wegen nicht erwartet und kann nicht gefordert werden, weshalb das »Seufzen« in den Übersetzungen mal verwendet wird, mal nicht und auch für andere Begriffe stehen kann. Leitend für meine Interpretation sind die Geschichten, in denen »Zeichen des stillen Schmerzes, des Bangens, des Sehnens« im Sinne Grimms aufscheinen im Kontext von 2. Mos. 2.24 und Röm. 8.22.

40 Falko Schmieder: »Für eine neue Lektüre der Feuerbachkritik der Thesen über Feuerbach und der Deutschen Ideologie«. In: »Beiträge zur Marx-Engels-Forschung. Neue Folge« 2006, S. 191-122

41 Franz Hinkelammert: »Kritik der politischen Ökonomie, Religionskritik und Humanismus der Praxis«. In: »Der Fluch, der auf dem Gesetz lastet. Paulus von Tarsus und das kritische Denken«. Luzern, »Edition Exodus«, 2011, S. 183-202

42 Daniel Krochmalnik: »Das Buch Exodus im Judentum«. Schriftauslegung 3, Stuttgart, »Verlag Katholisches Bibelwerk«, 2000, S. 30 f., 74 ff.; Marc H. Ellis: »Zwischen Hoffnung und Verrat. Schritte auf dem Weg einer jüdischen Theologie der Befreiung« [engl. 1987]. Luzern, »Edition Exodus«, 1992, insbes. S. 121-136

43 Theresia Heither: »Das Buch Exodus bei den Kirchenvätern«. Schriftauslegung 4, Stuttgart, »Verlag Katholisches Bibelwerk«, 2002;

44 Angelika Neuwirth: »Der Koran als Text der Spätantike. Ein europäischer Zugang«. Berlin, »Verlag der Weltreligionen«, 2010, S. 658, 653 zu Jesus als typologischem Vorläufer von Mohammed; Farid Esack: »Unterwegs zu einer islamischen Befreiungstheologie«. In: Klaus von Stosch, / Muna Tatari: »Gott und Befreiung. Befreiungstheologische Konzepte im Islam und Christentum«. Paderborn, »Schöningh«, S. 19-42

45 Michael Walzer: »Exodus und Revolution« [engl. 1985]. Hamburg, »Rotbuch,« 1988

46 Helge Meves: »Wege nach Libertalia«. In: Daniel Defoe: »Libertalia – die utopische Piratenrepublik«. Hrsg., Komm, Nachw. von Helge Meves. »Matthes & Seitz«, Berlin, 2015, insbes. S. 111-150, zu Piraten als Befreiungstheologen S. 141-144

47 pars pro toto Bruno Kern: »Theologie der Befreiung«. Tübingen, »Francke«, UTB 4027, 2013

48 Kerstin Schiffner: »Lukas liest Exodus. Eine Untersuchung zur Aufnahme ersttestamentlicher Befreiungsgeschichte im lukanischen Werk als Schrift-Lektüre«. Stuttgart, »Kohlhammer«, 2007, S. 20

49 Ernst Bloch: »Leipziger Vorlesungen zur Geschichte der Philosophie« [1952-56]. Frankfurt/M., »Suhrkamp«, 1985, S. 455ff. zu Exodus

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