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Hübsche Bilder vom Vulkan

Wenig Hoffnung auf Konsens: Auf Sizilien treffen sich die Vertreter der G7-Staaten

Berlin. Ohne Illusionen sind die Teilnehmer des G7-Gipfels ins italienische Taormina gereist. Am Verhandlungstisch der mächtigsten Industriestaaten sitzen neben den Vertretern Kanadas, Japans und Deutschlands vier Gipfelneulinge: Donald Trump (USA), Emmanuel Macron (Frankreich), Theresa May (Großbritannien) und Paolo Gentiloni (Italien).

Nach den rüden Auftritten des US-Präsidenten zur Wochenmitte bei der EU und der NATO in Brüssel haben die Vertreter der sechs anderen Teilnehmerländer die Erwartungen deutlich nach unten korrigiert. Dabei stehen bei den zweitägigen Beratungen am Fuße des Ätna wichtige globale Themen an. Es geht um den Welthandel und die Probleme von Flucht und Vertreibung. In der Klimapolitik sind sich Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien einig: Das Pariser Klimaabkommen muss umgesetzt werden. Ob Trump da mitmacht? Er hatte während des Wahlkampfs den Ausstieg der USA aus dem Klimaabkommen angedroht, hält sich aber als Präsident bislang zurück. Auch in Sachen Freihandel könnte sich der US-Präsident als Bremser hervortun. Während Frankreich und Deutschland das auf Eis gelegte Freihandelsabkommen TTIP auftauen wollen, setzt Trump auf Protektionismus. Großbritannien, das aus der EU aussteigt, sucht derzeit nach neuen Handelsbeziehungen und -regeln jenseits der EU. Dabei hofft London vor allem auf die USA. Der US-Staatschef wiederum strebt beim G7-Gipfel einen Pakt zur Finanzierung der Terrorabwehr an. Daran sollten sich neben den führenden sieben Industriestaaten auch andere beteiligen.

Mit Massendemonstrationen gegen den G7-Gipfel ist kaum zu rechnen. Die italienischen Sicherheitsbehörden sind an den Zufahrten zu präsent. Keine Einheit der Mächtigen, keine Proteste der Ohnmächtigen - so bleiben wohl nur hübsche Bilder vom Vulkan. hei Seite 4

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