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Computerprobleme: Flüge bei British Airways ausgefallen

Airline muss mit hohen Entschädigungszahlungen rechnen / Gewerkschafter machen Outsourcing verantwortlich

  • Von Moritz Wichmann
  • Lesedauer: 3 Min.

Für zwei Stunden zeigte die British Airways Homepage am Samstagmorgen nur eine »404 Fehlermeldung« an, war kurz danach aber wieder online. Doch die Homepage ist nur ein kleiner Teil der massiven Probleme, die am Wochenende den Flugverkehr von British Airways lahmlegten.

Ein überwältigter Kundendienst, tausende verlorene Gepäckstücke und ein Geschäftsführer, der in einem YouTube-Video um Verzeihung bittet: Tausende Passagiere sind am Samstag und Sonntag in London und auf Flughäfen auf der ganzen Welt gestrandet. Alleine in London sind nach Angaben der Verbraucherschutzorganisation Flightright rund 800 Flüge an den Flughäfen Gatwick und Heathrow ausgefallen. Durch die beiden Flughäfen schleust British Airways jeden Tag etwa 120.000 Fluggäste. In Deutschland waren den Angaben zufolge rund 60 Flüge betroffen. Weltweit verspäteten sich Maschinen aufgrund des Vorfalls oder konnten nicht weiterfliegen.

Man könne dazu nur sagen, dass es ein Problem mit der Stromversorgung gebe, teilte British Airways zu den Gründen des Systemausfalls mit. Der Ausfall sei aber nicht auf einen Hackerangriff zurückzuführen.

Am Montagnachmittag warnte die Homepage von British Airways Kunden noch, diese sollten zuerst im Internet prüfen, ob ihr Flug wie geplant starten würde und sich erst dann auf den Weg zum Flughafen machen. Am Montagmorgen gingen wieder alle Flüge der Airline vom Flughafen Gatwick und von Heathrow aus. Man wolle »alle Überseeflüge« und einen »hohen Anteil« der Kurzstreckenflüge wieder anbieten, teilte British Airways mit. Experten erwarten, dass es auch Dienstag noch Probleme geben wird.

Nach einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs in Großbritannien sind Fluggesellschaften dazu gezwungen, Passagiere zu entschädigen, wenn Flüge aus technischen Gründen ausfallen. Auch die EU-Richtlinie 261/2004 spricht Passagieren für diesen Fall Entschädigung zu, wenn der Flug mehr als drei Stunden Verspätung hat. Nach Einschätzungen von Flightright ist der Airline allein durch die ausgefallenen Flüge ein Entschädigungsanspruch von 61 Millionen Euro entstanden. Zusätzlich muss British Airways für die Kosten von Hotelübernachtungen gestrandeter Passagiere aufkommen.

Die Fluggesellschaft, die in den 80er Jahren noch mit dem Werbespruch »Die beste Airline der Welt« warb, kämpft mit sinkenden Gewinnen. 2016 hatte die Muttergesellschaft von British Airways 1,3 Milliarden britische Pfund Gewinn gemacht, im Jahr zuvor waren es noch 2,5 Milliarden gewesen.

Laut Angaben von Luftfahrtexperten waren sowohl der Kundendienst und der Betrieb der Flugzeuge selbst, etwa die Kalkulation von Beladungstabellen, nach denen der benötigte Treibstoff für einen Flug berechnet wird, betroffen. Deswegen musste der Betrieb der Flugzeuge teilweise komplett eingestellt werden.

Die Gewerkschaft GMB vermutet, der Ausfall des Computersystems sei eine Folge der Outsorcing-Politik der Fluglinie. British Airways habe 2016 hunderte qualifizierte IT-Mitarbeiter entlassen und deren Arbeit an einen Subunternehmer in Indien vergeben, so GBM-Sprecher Mick Rix.

Ein Sprecher von British Airways entgegnete, man würde »niemals die Integrität und Sicherheit unserer IT-Systeme beeinträchtigen«. Dass IT-Dienstleistungen global von verschiedenen Anbietern angeboten würden, sei »industrieübergreifend eine weit verbreitete Praxis«.

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