Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Golfstaaten isolieren Katar

Saudi-Arabien und andere werfen dem Emirat Unterstützung terroristischer Aktivitäten vor

  • Von Karin Leukefeld
  • Lesedauer: 2 Min.

Saudi-Arabien, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate haben ebenso wie Ägypten am Sonntag ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen. Am Montag schloss sich die von Saudi-Arabien unterstützte jemenitische Regierung der Entscheidung an. Saudi-Arabien schloss alle See- und Landgrenzen mit Katar, Flüge wurden eingestellt, katarische Staatsbürger und Reisende müssen Saudi-Arabien innerhalb von 14 Tagen verlassen. Drei Fluglinien der Emirate stellten ihre Flüge nach Katar gleich (Etihad) bzw. ab diesen Dienstag (Emirates, FlyDubai) ein. Alle Staaten schlossen ihre Häfen für katarische Schiffe. Katarischen Diplomaten wurden 48 Stunden eingeräumt, um die Länder zu verlassen. Das Land wurde auch aus der von Saudi-Arabien geführten Allianz ausgeschlossen, die Krieg in Jemen führt.

Den Anfang hatte Bahrain gemacht, dem das Emirat Katar noch 2011 militärisch zu Hilfe gekommen war, als ein großer Aufstand das bahrainische Königshaus bedrohte. Die saudische Nachrichtenagentur verbreitete eine offizielle Regierungserklärung, in der Katar beschuldigt wird, in den vergangenen Jahren »ernsthaft und systematisch« versucht zu haben, Unruhen in Saudi-Arabien zu schüren. Es habe »terroristische und sektiererische Gruppen« gefördert mit dem Ziel, »die Region zu destabilisieren«. Genannt werden die Muslimbruderschaft, der Islamische Staat und Al Qaida. Zudem habe Katar Iran-freundliche terroristische Gruppen in Saudi-Arabien (Provinz Qatif), in Bahrain und Jemen (Huthi) unterstützt. Katar habe diesen Gruppen Zugang zu seinen Medien (Al Jazeera) ermöglicht, über die sie ihre Hassbotschaften verbreitet hätten. Katar finanziere und beherberge Gruppen, die sowohl ihre Heimatländer als auch andere Länder destabilisieren wollten.

Katar wies die Vorwürfe als »falsch und grundlos« zurück. Das Land solle unter politische »Vormundschaft« gestellt werden, das sei ein Angriff auf seine Souveränität, hieß es in einer Erklärung des Außenministeriums.

Iran beschuldigte US-Präsident Donald Trump, Unruhe in der Region zu schüren. Bei seinem Besuch in Riad hatte Trump nicht nur milliardenschwere Waffenlieferungen mit Saudi-Arabien unterschrieben, er hatte auch Iran als Hauptverursacher für Kriege in der Region benannt und gefordert: »Werft die Terroristen raus.« US-Außenminister Rex Tillerson rief die Golfstaaten auf, Differenzen im Dialog zu lösen. Der Golfkooperationsrat dürfe nicht zerbrechen.

Die Isolation des Golfemirates dürfte nicht nur für Katar schwerwiegend sein. Die Ölpreise stiegen sofort an, Lastwagen mit Nahrungsmitteln, die in großen Mengen aus Saudi-Arabien nach Katar eingeführt werden, wurden an der Grenze gestoppt. Auf der Al-Udaid-Basis südlich von Doha befindet sich neben einer vorgeschobenen Kommandozentrale des US-Militär-Zentralkommandos auch die Zentrale zur Führung von Luftstreitkräften der »Anti-IS-Koalition«.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln