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In der Handballwelt angekommen

Jennifer Kettemann ist die einzige weibliche Managerin in der Männer-Bundesliga - und führte die Rhein-Neckar Löwen zum zweiten Titel in Folge

  • Von Rudolf Schiffmann, Mannheim
  • Lesedauer: 2 Min.

Die Anspannung und der Druck sind weg. Geschäftsführerin Jennifer Kettemann kann ganz entspannt zuschauen, wenn die Rhein-Neckar Löwen am Mittwochabend bei der HSG Wetzlar und am Sonnabend gegen die MT Melsungen ihre letzten beiden Saisonspiele in der Handball-Bundesliga bestreiten. Die Nordbadener sind bereits Deutscher Meister - und Kettemann muss nicht mehr zittern. »Diese Titelverteidigung hat uns wohl niemand zugetraut«, sagt die 35-Jährige, die als einzige Frau im deutschen Männerhandball in einer derart verantwortungsvollen Position tätig ist. Auch im Fußball gibt es keine Frau mit vergleichbarer Funktion.

Im Mai 2016 kam Jennifer Kettemann vom Softwareunternehmen SAP zu den Rhein-Neckar Löwen und etablierte sich schnell unter den ausschließlich männlichen Managerkollegen der anderen Bundesligisten. »Ich bin sehr gut aufgenommen worden. Probleme mit meinen Kollegen hat es nie gegeben. Die größte Umstellung für alle war wohl, dass nun auch eine Frau am Tisch sitzt«, sagt die 35-Jährige, die selbst nie aktiv Handball spielte, aber jahrelang die Partien der Löwen verfolgte und nun nach fast 13 Monaten als Geschäftsführerin sagen kann, »dass ich mittlerweile in der Handballwelt angekommen bin.«

Ihr Fokus beim Deutschen Meister liegt auf den Finanzen. Während der Sportliche Leiter Oliver Roggisch und Trainer Nikolaj Jacobsen für die Kaderplanung zuständig sind, über personelle Veränderungen nachdenken und potenzielle Neuverpflichtungen ins Auge nehmen, kommt die Diplom-Betriebswirtin Kettemann erst ins Spiel, wenn es ums Geld geht.

Dann geht es letztendlich um die Frage: Ist der Wunschspieler finanzierbar oder nicht? Eine Entscheidung, die Kettemann final zu treffen und dabei immer das überschaubare Budget im Auge hat: »Finanziell gesehen gehören wir sicher nicht an die Spitze der Bundesliga«, sagt die Geschäftsführerin.

Trotzdem holten die Löwen nun schon zum zweiten Mal in Folge die Meisterschaft - entsprechend rauschend fiel vor einer Woche die spontane Feier aus, bei der auch Kettemann nicht von der obligatorischen Bierdusche verschont wurde. Nationalspieler Patrick Groetzki pirschte sich heran und ließ es sich nicht nehmen, seine Chefin mit Pils zu übergießen.

Kettemann nahm es mit Humor, sie ist stolz auf das bislang Erreichte: »Es ist immer schwieriger, einen Titel zu verteidigen, als ihn erstmals zu gewinnen. Wir haben in dieser Saison eindrucksvoll bestätigt, dass wir die beste Mannschaft in der stärksten Liga der Welt sind.« dpa/nd

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