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In die Illegalität getrieben

Alexander Isele über das Geschäftsmodell Scheinvaterschaft

  • Von Alexander Isele
  • Lesedauer: 2 Min.

Viele Organisationen, die mit Migrantinnen arbeiten, kennen das Gerücht: Ein kriminelles Netzwerk soll Vaterschaften vermitteln und so betroffenen Frauen Bleibeperspektiven eröffnen. Der rbb hat recherchiert, allein in Berlin soll es 700 solcher Fälle geben. Mit bis zu 5000 Euro werden die Scheinväter, Anwälte und Notare fürstlich entlohnt. Die Frauen begeben sich in Abhängigkeit: Wer nicht zahlen kann, bekommt die Möglichkeit, das Geld »anzuschaffen«.

Es ist richtig, dass in Deutschland rechtliche und biologische Vaterschaft getrennt sein und auch Nicht-Erzeuger Verantwortung für Kinder übernehmen können. Ebenso richtig und wichtig ist das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, dass die Vaterschaft im Verdachtsfall nicht untersucht werden darf - das dient dem Schutz des Kindes, dem sonst der Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit droht.

Die deutsche Einwanderungspolitik ist auf Abschottung ausgelegt. Sie ignoriert die vielen Menschen, die hier sind und keine Perspektiven auf einen Aufenthaltstitel haben. Sie ist es, die Menschen in Abhängigkeiten treibt. Wer keine legale Bleibeperspektive hat, wird sich eben an Kriminelle wenden. Und mehrfach Opfer sein: der Politik, der kriminellen Geschäftemacher, der Gesetzesmühlen, der Bürokratie. Ihnen zu helfen sollte die oberste Priorität haben. Anstatt Menschen auf illegale Wege zu treiben, müssen endlich mehr legale Wege zur Migration geschaffen werden. Damit würde auch den Kriminellen die Geschäftsgrundlage entzogen.

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