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Sparen gefährdet die Gesundheit

Wladek Flakin über Streiks an Berliner Krankenhäusern

Ein Streik in einem Krankenhaus ist eine heikle Angelegenheit. Am Berliner Universitätsklinikum Charité traten rund 150 Beschäftigte der Service-Tochtergesellschaft CFM in einen zehntägigen Ausstand. Die Folgen: Müllberge, liegen gebliebene Transporte und Akten. Die Boulevardpresse tobt: Der Streik gefährde die Gesundheit der Berliner. Doch das Gegenteil ist der Fall. Die langjährige »Kaputtsparpolitik« führt dazu, dass immer weniger Reiniger und Desinfektoren im Einsatz sind. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre sind mindestens 150 Menschen in Berlin an Krankenhauskeimen gestorben.

Krankenhausbeschäftigte haben viele Sorgen: der Zweitjob am Ende der Schicht, der Termin beim Jobcenter zum Aufstocken des Niedriglohns, der Arbeitsvertrag, der Ende des Jahres ausläuft, drohende Armut im Alter. Die Mitarbeiter der Charité Facility Management werden deshalb ihren Arbeitskampf fortsetzen. Sie hoffen dabei auf Unterstützung in der Bevölkerung. Zusammen mit Beschäftigten vom Krankenhaus Vivantes haben sie eine Online-Petition zur Verteidigung ihrer beiden Häuser gestartet. Von der Berliner Politik fordern sie mehr Personal, die Wiedereingliederung der Ausgründungen in die Muttergesellschaften und die dort geltenden Tarifverträge sowie die Aufwertung der sozialen Berufe.

Die Initiative hat volle Unterstützung verdient. Jeder Mensch wird früher oder später im Krankenhaus behandelt. Dass die Beschäftigten dort zu guten Bedingungen arbeiten können, ist daher im Sinne aller.

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