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Mays sanfter Fall

Katja Herzberg zur Unterhauswahl in Großbritannien

Theresa May will ihre ohne Not abgehaltene Parlamentswahl schnellstmöglich hinter sich lassen, ja vergessen machen. »An die Arbeit!«, rief sie auf dem Weg aus dem Buckingham Palace aus. Der Konservativen dürfte spätestens jetzt klar geworden sein, dass sie das fast Unmögliche schaffen muss: ihrem Land Stabilität zurückgeben in der angesichts von Brexit und Terror denkbar unsichersten Lage – einer Situation, zu der sie ihr Übriges beigetragen hat. Wie sie das erreichen will, ist am Tag nach der Wahl völlig offen. Die Termine zur Konstituierung des Parlaments und zum Auftakt der Brexit-Verhandlungen aber stehen fest. Der Druck auf May ist groß, ihr Fall dafür zunächst ein sanfter.

Denn, das hat die Abstimmung deutlich gemacht, nach zwei Jahren des Wahlkampfes wollen die Menschen Verlässlichkeit. Sie haben den schon abgeschriebenen Volksparteien - auch Labour - ihre Stimme zurückgegeben, schottische Unabhängigkeitsbefürworter und die Rechtspopulisten von UKIP hingegen abgestraft. Viele lebensnahe Themen - und eben nicht der verbale Stellungskrieg zum Brexit - bestimmten die Wahlentscheidung, auch wenn eben jener sich auf alle Lebensbereiche auswirken wird.

May wird nun deutlich mehr bieten müssen, als sie bisher vermochte. Mit Floskeln, Durchhalteparolen und Wankelmütigkeit kann sie nicht lange Herrin der Lage bleiben. Nötig wäre auch nicht nur das Abrücken vom harten Brexit, sondern genauso vom Austeritätskurs. Mit einer auf Ausgleich bedachten Politik wäre nicht nur soziale Sicherheit wiederherzustellen, sondern auch die innere. Dass May dafür die richtige Premierministerin ist, lässt sich leicht bestreiten. Tatsache ist aber, dass sie das Amt weiter bekleidet. Meint sie es ernst, muss sie zuerst den Scharfmachern vom rechten Tory-Rand den Rücken kehren. Einen möglichen Sturzversuch aus den eigenen Reihen nicht ausgeschlossen.

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