Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Berliner Handballer wollen nächsten Sprung

Sportdirektor Volker Zerbe plant mit den Füchsen nach Platz vier kommende Saison den Angriff auf die Top Drei

Vor vier Jahren kamen Sie von Lemgo zu den Füchsen nach Berlin. Sind Sie mit der Entscheidung beim Blick zurück zufrieden?
Mir hätte nichts Besseres passieren können. Der Verein wird professionell geführt und ich darf dabei mitarbeiten. Meine Meinung ist nicht nur bei den Profis, sondern genauso beim Nachwuchs gefragt.

Vor dem letzten Spieltag lagen die Füchse auf Platz vier, konnten aber bei einer Niederlage in Leipzig noch auf den fünften Rang abrutschen. Das vermied das Team eindrucksvoll. Wie beurteilen Sie die Saison als Sportdirektor der Füchse?
Ob vierter oder fünfter Platz - das hat nur einen kosmetischen Wert, denn sowohl der Vierte und als auch der Fünfte haben sich für den EHF-Cup qualifiziert. Wir wollten trotzdem alles versuchen, um in Leipzig zu gewinnen, um vor Magdeburg in der Tabelle zu bleiben. Das war auch eine Prestigefrage. Nunmehr flippen wir nicht aus, sind aber mit der Saison einigermaßen zufrieden. Zwar hätten wir als Vereinsweltmeister und EHF-Cup-Finalist auch gern den Meisterpott gewonnen, aber wir sind in der Bundesliga näher an die Top Drei mit Rhein-Neckar-Löwen, Flensburg-Handewitt und Kiel herangerückt. Der Unterschied ist nicht mehr so groß. Vielleicht können wir in der neuen Saison den nächsten Sprung machen.

Ein Wort noch zum 32:28-Sieg in Leipzig.
Es war ein intensives und ausgeglichenes Spiel. Nach der 16:12-Halbzeitführung erhöhten wir gleich nach Wiederbeginn auf 18:12, ließen dann aber Chancen ungenutzt und mussten zunehmend Herausstellungen verkraften. Unterm Strich ein verdienter Sieg mit einem überragenden Torhüter Silvio Heinevetter.

Am Ende der Saison verloren die Füchse ein paar Zähler im eigenen Bau wie beim Unentschieden gegen Magdeburg und der Niederlage gegen Gummersbach. Wo sehen Sie die Ursachen für diese Schwächemomente?
Wir haben am Ende etwas den roten Faden verloren. Durch einige Verletzungen war die Last auf wenige Schultern verteilt. Damit wurden wir nicht fertig.

Norwegens Vizeweltmeister Kent-Robin Tönnesen, der im letzten Saisonspiel in Leipzig als zweitbester Werfer sechs Treffer erzielte, wechselt nach Ungarn zu Veszprem. Der Kroate Kresimir Kozina schließt sich Göppingen an. Können diese Abgänge kompensiert werden?
Wir werden neue spielerische Qualität in das Team einfließen lassen. So haben wir aus unserem Nachwuchs Kevin Struck eingebaut. Zudem kommt aus Hannover Erik Schmidt. Der 26-Jährige bringt Erfahrung und mit seiner Körpergröße von 2,04 Metern Durchsetzungsvermögen mit. Aus Veszprem stößt der Kroate Marko Kopljar zu uns.

Hat sich der Trainerwechsel zwischen Erlangur Richardsson und Velimir Petkovic ausgezahlt?
Auf jeden Fall. Petkovic hat mit klarer Handschrift die Mannschaft gut geführt. Richardsson wird übrigens ab Juli Schuldirektor in seiner Heimat Island.

Ist für die Handball-Bundesliga die Bezeichnung »stärkste Liga der Welt« ohne eine Mannschaft im Finale Four der Champions League überhaupt noch berechtigt?
Ich sage klar ja. Natürlich müssen wir wieder im Final Four vertreten sein. Aber andere Mannschaften richten sich durch ihre Mäzene nur auf die Champions League aus. Wir haben eine starke Bundesliga. Ein Deutscher Meister steht der Champions League an sportlichem Wert kaum nach.

Die Nachwuchsarbeit der Füchse ist legendär. Fast jedes Jahre werden deutsche Meistertitel von der C- bis zur A-Jugend gewonnen. Jetzt hat ihr Verein sogar eine Füchse-Liga mit Teams für Zehnjährige ins Leben gerufen. Wird die gute Arbeit nicht konterkariert, indem andere Teams fertige Spieler einkaufen?
Gute Nachwuchsarbeit ist unsere Philosophie. Wir gehen unseren Weg weiter und sind stolz darauf, dass aktuell immerhin 25 Spieler aus unserem Nachwuchs den Sprung in die erste und zweite Bundesliga geschafft haben.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln