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Grooviges Gewitter

Die »Prophets Of Rage« haben in der Berliner Zitadelle ein furioses Konzert gegeben

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Hier stand der Adel des Hip-Hop und des Crossover der frühen 90er Jahre auf der Bühne: Die Rapper B-Real (Cypress Hill) und Chuck D (Publik Enemy) feuerten gemeinsam mit dem visionären Crossover-Gitarristen Tom Morello (Rage Against The Machine) am Mittwochabend ein Best-Of ihrer Bands in den Abendhimmel: »Killing In The Name Of«, »Know Your Enemy«, »Fight The Power«, »Welcome To The Terrordome« - die Polit-»Supergroup« Prophets Of Rage schickten das Publikum der Berliner Zitadelle auf eine grandios nostalgische und in Revolutionsromantik getränkte Zeitreise. Das Ganze wurde technisch perfekt und mit viel Herz und Power auf die Bühne gebracht, die Tour de Force war allenfalls etwas zu kurz.

Es war ein grooviges Gewitter aus Morellos knallharten Rage-Riffs, zwei der markantesten Stimmen des Hip-Hop und einer kraftstrotzenden Band. Unterbrochen wurde es von einer DJ-basierten Rap-Session, wiederum mit den Cypress- und Enemy-Perlen. An diesem Abend gaben sie alles: abgehackt-langsame Heavy-Prügler, gereckte Fäuste, Joints auf der Bühne, Turntable-Artistik, mit der Zunge gespielte Hendrix-Soli an der Gitarre. Und dann noch einen besonderen Moment als Tribut für den kürzlich verstorbenen Soundgarden-Sänger Chris Cornell: »Like A Stone« von Audioslave - instrumental, das Publikum schmetterte die Lyrics.

Am beeindruckendsten war vielleicht die Kraft, die die beiden in die Jahre gekommenen Rap-Urgesteine B-Real und Chuck D noch ausstrahlten. Vom kompakten Kraftpaket Morello ist man das ja gewohnt. Aber vor allem der hart durchtrainierte Chuck D hat noch eine Bühnenpräsenz, die dem abwesenden Rage-Sänger Zack de la Rocha voll gerecht wurde. Bei diesem Konzert wurden erwartungsgemäß Revolutions-Phrasen gedroschen, als gäbe es kein Morgen. Das hoffentlich nicht nur gegen Donald Trump gerichtete Motto des Abends stammte von Rage Against The Machine und lautete natürlich: :»We've got to take the Power back!«

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