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150.000 Parteieintritte bei Labour: Falschmeldung

Laut BBC haben die Sozialdemokraten seit den Wahlen tatsächlich 25.000 neue Mitglieder / Meldung über 800.000 Anhänger hatte zuvor Jubel ausgelöst

Die Jubelmeldung machte am Montag die Runde: 150.000 neue Mitglieder habe Labour seit den Unterhauswahlen vergangene Woche gewonnen. Ein entsprechender Bericht der britischen Nachrichtenseite »Independent« wurde 56.000 mal geteilt, zuvor hatte Aaron Bastani, ein Mitgründer der Jeremy Corbyn unterstützenden Medienagentur »Novara Media« die Meldung getwittert: »Hearing Labour Moving to 800.000 members«, schrieb er bereits am 10. Juni, »Will go much, much higher«. »Wahnsinn«, schrieben linke Labour-Fans auf Twitter und Facebook, und jubelten über die dritte Eintrittswelle seit der Antseinführung Corbyns.

Der britische Sender BBC enttäuschte dann die freudig erregten Gemüter. Bereits am 11. Juni, am Sonntag, habe Corbyn’s Büro eine Email an seine Mitglieder und Unterstützer geschrieben, in der mitgeteilt worden sei, dass »15.000 Menschen (...) Labour seit dem Wahltag beigetreten sind«. Eine Null weniger.

BBC kontaktierte daraufhin den Parteivorstand, der bestätigte, dass er von 150.000 Eintritten nichts wüsste. Es seien seit den Wahlen jedoch »viele Eintritte« gewesen, seit Sonntag noch einmal 10.000, sodass es jetzt 25.000 neue Mitglieder seien.

Der Falschmeldung auf den Leim gegangen waren vor allem deshalb so viele, weil Labour in jüngster Zeit tatsächlich zwei große Eintrittswellen verzeichnete. Der erste Masseneintritt folgte auf Jeremy Corbyns Antritt als Parteivorsitzender im September 2015, damals traten rund 250.000 Menschen ein, die zweite bei dem Mitgliederentscheid der Parteirechten über den Vorsitz, da waren es etwa 200.000. Bei den vorgezogenen britischen Unterhauswahlen am vergangenen Donnerstag hatte Labour stark aufgeholt und 262 von insgesamt 650 Sitzen erhalten, was die Atmosphäre eines Aufbruchs noch einmal ankurbelte.

So bleibt es bei der Meldung, dass erneut viele neue Menschen bei Labour mitmachen. Die Mitgliederzahl müsste nun auf die 700.000 zugehen, während die Tories noch immer bei 150.000 verweilen.

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