Linkspartei feiert: »Wir müssen brennen«

Gysi spricht von Meilenstein / Kipping: Müssen noch mehr fortschrittliche Kräfte sammeln / Lafontaine: Linke Politik hat ein Zentrum - die Eigentumsfrage

Was soll das hier?

Sei auch du solidarisch und unterstütze linken Journalismus mit einem freiwilligem Abo, einer Spende - oder noch besser entscheide dich für ein Digitalabo.

  • Wählen Sie ein Abo:

    • Online-Abo
    • Kombi-Abo
    • Print-Abo
    • App-Abo
    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit dem Online-Abo erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln in elektronischer Form auf unserer Webseite und dazu das nd-ePaper. Zum Online-Abo
    Mobil, kritisch und mit Links informiert:
    neues deutschland als ePaper – und am Wochenende im Briefkasten!
    Prämie: Das nd-Frühstücksbrettchen. Der Wegbegleiter für den Start in den Tag.
    Zum Kombi-Abo

    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit der nd-App erhalten Sie Zugang zur Zeitung in elektronischer Form als App optimiert für Smartphone und Tablet.

    Die nd-App gibt es für iOs und Android.

    Zum App-Abo
  • Per Überweisung:

    Stichwort: nd-paywall

    Berliner Bank
    IBAN: DE11 1007 0848 0525 9502 04
    SWIFT-CODE (BIC): DEUTDEDB110

    Per Paypal

    PayPal

    Per Sofortüberweisung

    Sofortüberweisung

    Ich habe bezahlt.

  • Ich beteilige mich mit einer regelmäßigen Zahlung

    Wir freuen uns sehr, dass Sie zu dem Entschluss gekommen sind: Qualitätsjournalismus zur Stärkung einer Gegenöffentlichkeit von links ist mir etwas wert!

    Mit ihrem solidarischen Beitrag unterstützen Sie linken unabhängigen Qualitätsjournalismus. Und: Sie unterstützen die Menschen, die sich selbst ein Abo nicht leisten können. Wir sind der Ansicht, dass Journalismus für möglichst alle zugänglich sein soll – deshalb bieten wir einen großen Teil unserer Artikel gratis zum Lesen und teilen im Netz an. Aber nur Dank der Abonnements und Zahlungen vieler Leserinnen und Leser können wir jeden Tag eine Zeitung produzieren: Gedruckt, als Onlineausgabe und als App.

    Turnus

    Minimum 5 Euro/Monat

    Meine Bankdaten

    Persönliche Angaben

    *Pflichtfelder
     
     
  • Ich bin schon Abonnent
    Login

    Passwort vergessen?

  • Jetzt nicht ...

Berlin. Frühere und aktuelle Parteichefs lassen die Linkspartei zum Zehnjährigen in der Berliner Volksbühne überwiegend nachdenklich hochleben. Parteichefin Katja Kipping sagte: »Unsere Partei bildet längst noch nicht alles ab, was in der Gesellschaft an fortschrittlichen Kräften vorliegt.« Die Linke könne also noch stärker werden.

Kipping nannte »das Versagen der Sozialdemokratie und die grünen Avancen an die Konservativen« eine Chance - dadurch würde ein großer Platz in der Parteienlandschaft frei. »Ein Platz, der noch unbesetzt und nach links offen ist. Jetzt ist es vielleicht an der Zeit zu sagen: Wagen wir den Schritt hin zu einer gesellschaftlichen Gerechtigkeitspartei, zur Partei der neuen linken Mehrheiten.« Die Parteichefin mahnte zudem dazu, nicht immer zu fragen, »was machen die anderen Parteien alles falsch, sondern vielmehr: wie werden wir größer, als wir sind?« Die Frage sei also, wie die Linkspartei aus dem 10-Prozent-Keller herauskomme. Kippings Antwort: »Dazu müssen wir uns öffnen und einladend sein. Eine verbindende Partei neuen Typs werden wir durch Vernetzen und Beteiligungsmöglichkeiten.« Man solle »nie vergessen, dass unser Wir noch längst nicht das Wir der vielen in der Gesellschaft ist. Wir können noch viel mehr werden, als wir gegenwärtig sind«, sagte Kipping. Die Partei solle nicht all ihre Energie auf das konzentrieren, »was in der Gegenwart zu betrauern ist, sondern richten wir den Blick auch nach vorn und trauen wir uns die Zukunft zu.«

Ex-Parteichef Gregor Gysi sagte: »Die Gründung der Linken war ein Meilenstein in der deutschen Geschichte.« Denn zuvor habe »militanter Antikommunismus« in Deutschland vorgeherrscht. Mit der Linken habe es Akzeptanz für eine Partei gegeben, »die eindeutig links von der Sozialdemokratie steht«.

Ex-Chef Oskar Lafontaine schlägt einen anderen Ton an – und die Gäste Jubeln. Der Saarländer hat von der Partei zum zehnten Geburtstag einen geschlossenem Kampf für eine andere Politik in Deutschland verlangt. »Wir müssen brennen für unsere Ideen, sonst kommt kein Zug in unsere Bewegung«, sagte Lafontaine am Freitagabend in Berlin. »Es gibt eine enorme Wechselstimmung für eine andere Politik - wir müssen die Adresse für diese Wechselstimmung werden.«

Am Ziel einer sozialen Neuausrichtung und einer Umverteilung des Eigentums in Deutschland dürfe die Linkspartei keine Abstriche machen. »Wir müssen glaubwürdig werden, so dass die Menschen uns zuwenden, sonst werden wir den Durchbruch nicht schaffen.« Lafontaine brachte die Zuhörer zum Jubeln. »Wir können uns auf dem nicht ausruhen, was wir erreicht haben«, sagte er. »Linke Politik ist die Auflehnung gegen die Machtstrukturen der Gesellschaft, linke Politik hat ein Zentrum, das ist die Eigentumsfrage.«

Am 16. Juni 2007 war die Linke in Berlin durch die Fusion der ostdeutschen Linkspartei und der westdeutschen Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) gegründet worden. Sahra Wagenknecht sagte, sie hoffe, dass die Partei in weiteren zehn Jahren in einer Position sei, in der andere Parteien fragen, »ob wir so nett sind, mit ihnen koalieren zu wollen«. Auf dem jüngsten Parteitag in Hannover hatte Wagenknecht den rot-rot-grün-kritischen Kurs der Linkspartei betont. So ein Bündnis hätte laut aktuellen Umfragen keine Mehrheit.

Derweil hat Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles von der SPD die Linkspartei aufgefordert, einer möglichen linken Mehrheit nach der Bundestagswahl nicht den Weg zu versperren. »Wir müssen uns in einer Welt, die viele Menschen als unsicherer empfinden, verantwortlich verhalten. Dazu fordere ich die Linkspartei auf«, sagte Nahles der »Berliner Zeitung«. »Eine linke Mehrheit in Deutschland lässt sich jedenfalls nicht organisieren, indem man die Augen vor den Tatsachen verschließt und aufeinander einhackt, nur weil man Angst vor dem eigenen Existenzverlust hat.«

Ihre eigene Partei rief Nahles trotz Umfragetiefs zu Optimismus auf. »Wenn man ausstrahlt, dass es einem wirklich um etwas geht, ist man auch glaubwürdig und erreicht die Wähler.« Die meisten Bürger träfen mittlerweile ihre Wahlentscheidung erst in den letzten zwei Wochen vor einer Wahl. »Es lohnt sich zu kämpfen.« Agenturen/nd

Aus dem nd-Shop
Links und frei - zur Linkspartei
Hier erinnert sich ein westdeutscher Sozialdemokrat, der der SPD den Rücken kehrte und bei der LINKEN das zu finden hofft, was seiner Partei...
14.99 €
Werbung

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Schenken Sie schon, oder rätseln Sie noch?

Jetzt aber schnell!

Schenken was wirklich Freude macht. Für diejenigen, die schon alles haben, oder auf kapitalistischen Überfluss verzichten wollen.

Jetzt bestellen oder verschenken