Andreas Fritsche 19.06.2017 / Brandenburg

SS mordete mit Stift und Pistole

Gedenkstätte Sachsenhausen zeigt Ausstellung über Schreibtischtäter und ihre Handlanger

SS-Untersturmführer Heinrich Wessel (1904-1996) war von Beruf Buchhalter und als Adjutant des KZ-Kommandanten Anton Kaindl im Lager Sachsenhausen ein kaltherziger Bürokrat, ein klassischer Schreibtischtäter, dienstbeflissen und eitel. Soweit man weiß, ist er nie persönlich gegen Häftlinge tätlich geworden. Doch an den schrecklichen Massenmorden war er dennoch beteiligt. Er leitete die Tötungsbefehle weiter und unterstützte die Ausführung der Morde logistisch.

1962, als Angeklagter vor dem bundesrepublikanischen Landgericht Verden, stellte sich Wessel als »kleines Rädchen« dar und verharmloste seine Verbrechen mit der Aussage, »lediglich Briefe geöffnet zu haben«. Das Landgericht verurteilte ihn wegen Beihilfe zum Mord in 16 Fällen und Beihilfe zum Totschlag in einem Fall zu siebeneinhalb Jahren Haft. Doch bereits 1966 kam er wieder frei und verlebte, 1969 pensioniert, die Jahre bis zu seinem Tod meist gut gelaunt im neuen Eigenhei...

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