Werbung

Die neue Alte Försterei

Fußballzweitligist 1. FC Union Berlin präsentierte die Umbaupläne für sein Stadion - für fast 37 000 Zuschauer

  • Von Alexander Ludewig
  • Lesedauer: 3 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

»Achim!« Dirk Zingler steht auf der Haupttribüne der Alten Försterei und ruft in den Innenraum des Stadions. Der Präsident des 1. FC Union Berlin schwitzt an diesem heißen Dienstag in der Mittagssonne. Für ein Fernsehinterview musste er sich noch das Sakko überziehen. »Achim!« Erst beim dritten Mal hört Achim Sommer, winkt nach oben und macht den lauten Staubsauger aus. Jetzt kann Zingler die Fragen zu den Umbauplänen des Stadions des Fußballzweitligisten beantworten. Wenig später kann der 79-jährige Sommer weiter saugen. Um 19.30 Uhr muss alles fertig sein. Dann beginnt die öffentliche Präsentation der Pläne für die Fans des Klubs.

Angefangen hat alles 1920, als an gleicher Stelle der Sportplatz Sadowa eingeweiht wurde. Hundert Jahre später, im Sommer 2020, soll dort »die neue Alte Försterei«, stehen, wie Zingler sie nennt - mit einem Fassungsvermögen von 36 978 Plätzen. Dafür wird ein dreiseitiger Oberrang gebaut, über die Tribünen auf der Waldseite, der Gegengeraden und der Wuhleseite. Die vor vier Jahren eröffnete Haupttribüne bleibt vorerst, wie sie ist, bietet aber auch schon vorsichtig angekündigte Erweiterungsmöglichkeiten.

»Bundesligatauglich« - dieses Wort fällt am Dienstag oft. »Wir bauen für die erste Liga«, sagt Dirk Zingler. Damit meint er einerseits die sportlichen Ambitionen des Köpenicker Klubs. Andererseits stehen dahinter aber auch die Auflagen der Deutschen Fußball Liga, die mindestens 8000 Sitzplätze vorschreiben. Bislang waren es rund 3600, geplant sind nun 8300. Hinzugefügt werden muss: Der gesamte Neubau des Oberranges ist sitzplatzfähig, wird aber erst mal nur über der Gegengeraden und dem Gästebereich bestuhlt.

Mit der Erweiterung um 15 000 Plätze stößt der 1. FC Union Berlin in eine neue Dimension vor. Das merkten die Verantwortlichen auch bei der Planung. Alle bisherigen Stadionerweiterungen konnten relativ problemlos nach Paragraf 34 des Baugesetzbuches vorgenommen werden. Nun aber bedarf es eines Bebauungsplanverfahrens, das die Auswirkungen auf Umwelt und Verkehr prüft. Zwei Jahre sind dafür veranschlagt. Sind alle Bedingungen erfüllt, soll im Frühjahr 2019 der Bau beginnen - bei laufendem Spielbetrieb.

So gern Dirk Zingler über das neue Stadion spricht, das er »affengeil« findet und das »ein integraler Bestandteil des Vereins ist«, so sehr schweigt er über die Finanzierung. Insgesamt soll die Erweiterung 38 Millionen Euro kosten. In dieser Planung ist beispielsweise auch das neue »Clubhaus« mit rund sechs Millionen Euro veranschlagt, das bereits ab Frühjahr 2018 an die Haupttribüne auf der Waldseite gebaut werden soll. Büros, Zeughaus, Fanhaus, Fankneipe werden dort untergebracht, alles im Union-Stil - sandfarbener Klinker und Stahl. Ein »hoher Anteil Eigenkapital« soll in die Finanzierung eingebracht werden, verspricht Zingler. Wie viel, das könne man jetzt noch nicht sagen. Der Rest soll aus langfristigen Hypothekendarlehen kommen. Auch mit Investoren sei man in guten Gesprächen. Keine Namen, keine Zahlen. Nur soviel: »Die monatliche Belastung durch den Ausbau für den Verein soll nicht wesentlich höher sein als jetzt«, sagt Zingler. Wie hoch diese ist, bleibt aber ein »Betriebsgeheimnis«.

Stadionaktien wie beim letzten Ausbau wird es wahrscheinlich nicht geben. Und dass die Fans wieder selbst mit anpacken, wie in den Jahren 2008 und 2009, ist auch nicht geplant. Ein Generalunternehmer wird verantwortlich sein. Innerhalb des Vereins habe es aber eine breite Diskussion gegeben, erzählt Zingler. Die Ergebnisse konnten sich die Fans am Dienstagabend von der Haupttribüne aus auf vier riesigen Leinwänden ansehen, die über die gesamte Spielfeldlänge aufgestellt wurden.

Stadion An der Alten Försterei - Ein Blick in die Zukunft

»Die anspruchsvollste Baustelle«, wie Zingler sagt, kennen die Unioner schon lange: »der Verkehr«. In diesem Punkt ist der Verein aber abhängig von den Entscheidungen des Landes Berlin. Aber auch hier sei man immerhin in guten Gesprächen und auf offene Ohren gestoßen.

Einen Kommentar zum Stadionausbau des Vereins lesen sie hier.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen