USA: »Sie behandeln dich wie Dreck«

Die Haftbedingungen für illegalisierte Migranten sind gleichbleibend schlecht, die Haftdauer länger denn je

  • Von Kathrin Zeiske
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Antonio Ortiz* sieht müde aus. Er wählt die einzige Handynummer, die er auswendig weiß: die seines Ältesten. »Alles in Ordnung, mein Sohn«, spricht Antonio in den Hörer. »Sie haben mich abgeschoben. Ich nehme den nächsten Bus nach Hause. Sag deiner Mutter und deinen Schwestern Bescheid.« Das erste Lebenszeichen nach eineinhalb Monaten. So lange saß er in Abschiebehaft. »Sie behandeln dich dort wie Dreck, schlimmer als einen Kriminellen.« In jeder Geste des Wachpersonals liege Verachtung. Nicht einmal die Tiefkühlkost, die sie als Essen an die Festgenommenen austeilen, würde warm gemacht. Oft sei das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten. »Du sollst ja nicht auf die Idee kommen, noch mal zurückzukommen.«

Antonio Ortiz hatte schon einmal versucht, in die USA zu gelangen. Im Januar über die Grenze zwischen Mexicali und Calexico. Aber sie hatten ihn sofort aufgegriffen und wieder abgeschoben. Anfang April wagte es der 48-jährige Baua...


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