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Melancholie und Hoffnung

Wir erleben die Renaissance von Magie und Fiktion, Symbolkraft und einem erfrischenden Spiel mit Mythos und Tradition. Das Wundern bestimmt einen Rezeptionsmodus, der gerade dem Außergewöhnlichen zugeneigt ist und dem politischen Credo der Alternativlosigkeit doch die Aussicht auf das Andere eröffnet. Mit Verweis auf Robert Musil könnte man vom Möglichkeitssinn sprechen, den es schlichtweg geben muss, weil er den Wirklichkeitssinn überhaupt erst komplettiert.

Über die Welt etwas auszusagen, bedeutet meines Erachtens auch, nicht an deren materieller Gestalt zu verharren. Sie schließt das noch Unreife oder bislang kaum Sichtbare ein. Genau dies scheint mir die Aufgabe von Literatur, Film und Kunst zu sein: das utopische Moment, das noch im Werden Befindliche, einzufangen. Sie sind die Heimstätten der Zukunft, die sich aus der Melancholie und Hoffnung heraus entwickelt.

Björn Hayer

In über 50 Essays geht Björn Hayer, 1987 in Mannheim geboren, Phänomenen unserer Gegenwart nach, die sich ihm zuvörderst in Werken der Kunst offenbaren, brandaktuellen und jahrhundertealten. Was den promovierten Kulturwissenschaftler antreibt, ist das Aufspüren der im Vorgefundenen verborgenen Zukunft. Kleines Manko des hier zum Weiterdenken einladenden, dort zum Widerspruch herausfordernden Buches: Einen Verweis auf Quelle und Datum der ursprünglichen Veröffentlichung sucht man darin vergebens. So viel sei deshalb an dieser Stelle nachgereicht: Nicht wenige der im Band »Melancholie und Hoffnung« versammelten Texte sind zuerst im »nd« erschienen (Tectum, 194 S., br., 24,95 €). mha

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