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Eine 20-Jährige mischt die Elite auf

Lisa Klein setzt sich bei den Deutschen Radmeisterschaften durch - Lisa Brennauer wird zur ewigen Zweiten

  • Von Manfred Hönel, Chemnitz
  • Lesedauer: 3 Min.

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Die deutschen Radsportlerinnen fahren seit Jahren in der Weltspitze. Da verheißen deutsche Meisterschaften großen Sport, daher war es nicht verwunderlich, dass schon am Sonnabend die Chemnitzer in Massen an den Straßenrand pilgerten und nicht auf das Männerrennen einen Tag später warten wollten. Sie sollten mit einem spannenden Rennen, tollen Kletterkünsten der Fahrerinnen und zahlreichen Ausreißversuchen belohnt werden.

Am vorentscheidenden Anstieg in Reichenhain drängten sich die Radfans zwischen all die bunten Fähnchen und Luftballons, die den Ortsteil an gute alte in Friedensfahrtzeiten hatte erinnern lassen. Das große Finale aber fiel dann doch im Sprint einer Außreißergruppe mit allen Favoriten. Der Sieg ging dabei nach 116 Kilometern an die junge Saarbrückerin Lisa Klein, die eine taktische Meisterleistung ihres Schweizer Teams Cervelo krönte. Mit einem Rückstand von nur sieben Tausendstel schoss die Allgäuerin Lisa Brennauer als Zweite vor der Berlinerin Charlotte Becker über den Zielstrich. »Ich habe mit einem Tigersprung auf dem letzten Meter den Sieg gerettet. Für mich als 20-Jährige ist das enorm wichtig«, freute sich Klein und bedankte sich artig bei den Kolleginnen. »Die Mannschaft hat sich übers gesamte Rennen für mich eingesetzt.« Den Spurt für die neue Meisterin hatte die arrivierte Cottbuserin Stephanie Pohl angezogen.

Darüber konnte sich Brennauer so gar nicht freuen: »Es scheint, als sei ich auf den zweiten Rang abonniert. Aber so ist das nun mal bei einem scharfen Zielsprint.« Brennauer war auch im Vorjahr in Erfurt ebenso wie am Freitag im Einzelzeitfahren hinter Trixi Worrack zu Silber gefahren. Klein wollte zunächst zwei Tage »im Hotel Mama entspannen«, bevor sie sie sich beim Giro d’Italia wieder in den Sattel schwingt. Dort will auch Worrack wieder angreifen. Die gebürtige Lausitzerin hat sich nach ihrem schweren Unfall im vorigen Jahr mit dem Verlust einer Niere wieder richtig gut in Form gefahren. Das zeigte der Zeitfahrsieg, auch wenn sie am Sonntag in der letzten Runde wegen Wadenkrämpfen aufgeben musste. Der 36-Jährigen fehlen noch ein paar Rennkilometer in dieser Saison, »aber das wird noch«, gab sich Worrack zuversichtlich.

Bis auf die Fünftplatzierte Liane Lippert standen die ersten Sechs vom Sonntag alle schon mehrmals bei Welttitelkämpfen oder einer Junioren-WM auf dem Siegerpodest, Klein fiel dabei meist auf der Bahn auf. Bundestrainer André Korf beobachtete die Meisterschaftsrunden daher recht zufrieden: »In Deutschland gab es in den vergangenen 30 Jahren immer Weltklassefahrerinnen. Meist waren das aber nur ein oder zwei. Jetzt verteilt sich die Last auf mehrere Schultern.«

Wo die Reise der Deutschen Meisterin Lisa Klein hingeht, konnte Korf noch nicht genau sagen: »Lisa ist auf der Bahn und der Straße gleichermaßen gut. In dieser Saison konzentriert sie sich bis zu den Europameisterschaften auf die Straße. Danach will ich sie für die Bahnrad-EM im Oktober in Berlin begeistern.«

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