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Ziegler: G20 ist »Befehlsempfänger« der Finanzoligarchen

Frühere UN-Sonderberichterstatter kritisiert die Gruppe der führenden Industrie- und Schwellenländer als »total undemokratisch«

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Genf. Der Kapitalismus-Kritiker Jean Ziegler hat die Gruppe der führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) als »total undemokratisch« kritisiert. Die G20-Regierungen seien nichts anderes als »Befehlsempfänger von global agierenden Großunternehmen und Finanzoligarchen«, erklärte der Schweizer in Genf.

Der 82-Jährige kündigte an, er werde nach Hamburg reisen, um vor dem Treffen der G20 seine Positionen klarzumachen. »In Hamburg formiert sich der globale Widerstand«, unterstrich Ziegler. Die G20-Länder wie Deutschland, USA und China repräsentierten bei weitem nicht alle Menschen und hätten somit kein Recht, für die ganze Welt Entscheidungen zu treffen, sagte der Vizepräsident des beratenden Ausschusses des UN-Menschenrechtsrates. »Die Oligarchen wollen die Menschen glauben machen, sie seien ohnmächtig. Doch zusammen können wir eine bessere und fairere Welt bauen.«

Nach den Worten Zieglers leben die Menschen in der westlichen Welt in »simulativen Demokratien«. Die gewählten Institutionen wie die Parlamente funktionierten zwar nach außen. Sie verfügten aber nicht über die eigentliche Macht. »Die Finanzoligarchen, also Banken, Spekulanten, Hedgefonds-Manager haben die Macht und sie bestimmen die Gesetze«, führte der emeritierte Soziologie-Professor der Universität Genf auf. Sie entzögen sich jeglicher Kontrolle und trachteten nur nach der Profitmaximierung. »Der Kampf gegen die G20 ist auch ein Kampf gegen die simulative Demokratie.«

Ziegler bezeichnete die globalisierte Wirtschaft als eine »kannibalistische Weltordnung«. Eine kleine Gruppe von Menschen raffe gigantische Reichtümer zusammen. »Gleichzeitig wachsen in der Dritten Welt die Leichenberge, alle fünf Sekunden stirbt dort ein Kind unter zehn Jahren am Hunger oder den Folgen des Hungers«, so der frühere UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung. epd/nd

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