G20: Wohlfahrtsverbände gegen Vertreibung von Obdachlosen

30 Unterzeichner klagen: Menschen ohne Wohnung haben keinen Rückzugsraum / Auch für Zeit nach Gipfel brauche es nachhaltige Lösungen

Ein Bündnis von Hamburger Wohlfahrtsverbänden hat an die Hansestadt appelliert, zum G20-Gipfel Obdachlose nicht aus dem öffentlichen Raum zu vertreiben. »Es handelt sich um eine dramatische Situation für Menschen, die auf der Straße leben. Auch bei einem Großevent muss an diese gedacht werden«, sagte Stephan Nagel vom Diakonischen Werk Hamburg gegenüber »nd«. Neben der Diakonie hatten rund 30 weitere Organisationen wie Caritas und Heilsarmee den Protestbrief unterschrieben, der am Dienstag veröffentlich wurde. Darin forderten die Verbände unter anderem akzeptable Unterkünfte für alle wohnungslosen Menschen.

»Bei den Vertreibungen bemerken wir eine ganze Reihe von Einzelfällen, aber Vieles bekommen wir auch nicht mit«, beschreibte Nagel die gegenwärtige Lage in Hamburg. Die Situation habe sich nun jedoch weiter verschlimmert: »Der Vertreibungsdruck war im größeren Innenstadtbereich auch vor dem G20-Treffen schon stark, nun hat er sich nochmal verschärft.« Obdachlose hätten generell keine Wohnung als Rückzugsort, so dass sie den Auswirkungen des Gipfels unmittelbar ausgesetzt seien. Kurzfristig brauche es Ausweichquartiere, aber auch für die Zeit nach dem G20-Gipfel müssten dauerhafte Lösungen geschaffen werden. Es müsse für Obdachlose ungeachtet ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe oder ihres Geschlechts einfacher werden, eine Wohnung zu bekommen.

Obdachlose Menschen machten sichtbar, dass es auch in einer reichen Stadt wie Hamburg Not und Elend gebe, heißt es in dem gemeinsamen Papier. Die G20-Regierungen seien zudem mitverantwortlich für weltweite Migrations- und Fluchtbewegungen aufgrund von Kriegen, Hunger und Verarmung. In Hamburg gibt nach Informationen von Nagel rund 2000 Menschen, die auf der Straße leben müssen. seb mit Agenturen

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