Werbung

Das Bunt der Ehe

Grit Gernhardt fordert eine Gleichbehandlung für alle Familien

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Alle Menschen, die sich lieben und zusammen sein wollen, dürfen bald heiraten. Zumindest suggeriert das der Hashtag ehefüralle, der seit Dienstagmorgen - außer bei einigen Ewiggestrigen - allerorten für Begeisterungsstürme sorgt. So ganz stimmt das allerdings nicht: Denn auch in Zukunft sind nicht alle Familienkombinationen grundgesetzlich geschützt. Die mögliche Neuregelung würde nur den Namen Lebenspartnerschaft durch Ehe ersetzen und das Adoptionsrecht vereinfachen - wohlgemerkt für die nach traditionellem Vorbild gestrickte, wenn auch gleichgeschlechtliche Zweierbeziehung.

Das ist zweifellos ein riesiger Erfolg hin zu einer regenbogenbunteren Gesellschaft. Doch damit ist es längst nicht getan. Denn was ist mit Lebensgemeinschaften, Einelternfamilien, gemeinsam erziehenden Wohngemeinschaften, Patchworkzusammensetzungen ohne Trauschein? Laut Artikel 6 GG steht nicht nur die Ehe, sondern auch die Familie unter besonderem Schutz. In der Praxis aber kommen Steuervorteile nur Verheirateten zugute, auch adoptions-, pflege- und erbrechtlich sind sie bessergestellt.

Eine wirkliche Revolution wäre es, die Vergünstigungen der Ehe allen Familien, verheiratet oder nicht, zukommen zu lassen. Wer einen Ring am Finger braucht, um sich glücklich zu fühlen, kann sich die Eheurkunde ja weiter ausstellen lassen. Zweckehen aus steuerlichen und versorgungstaktischen Erwägungen aber fielen weg - ohne Verlust für die Gesellschaft. Doch bis das in der politischen Debatte ankommt, werden noch viele Wahlkämpfe vergehen.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!