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Alain Senderens

2. 12. 1939 - 25. 6. 2017

Er liebte Crème brûlée, raffiniert zubereitete Fische und Trüffel. Der Starkoch Alain Senderens führte so klangvolle Titel wie Präsident des Nationalrats für Kochkunst - ein Gremium, das es wohl nur in Frankreich geben kann. In seinem Pariser Restaurant »Lucas Carton« schuf er so ausgefallene Kreationen wie Hummer an Vanilleschaum; ein Essen im »Carton« sollte ein gastronomisches Abenteuer sein, war seine Philosophie. Die spezifische, auf die einzelnen Menügänge abgestimmte Weinbegleitung, heute in allen besseren Restaurants angeboten, gilt als seine Erfindung. Und er mochte ausgefallene Parfüms, die er sogar beim Kochen trug.

Was er nicht mochte, zumindest in seiner kochkünstlerischen Spätphase, waren Sterne. Insgesamt drei Stück der Michelin-Gourmet-Bibel hatte sich der Mann aus dem südfranzösischen Hyères erkocht und gilt damit als einer der bedeutendsten Küchenchefs weltweit. 2005 gab er die Auszeichnungen zurück und eröffnete ein neues Restaurant. Er hatte keine Lust mehr auf das »bedrückende Gewicht«, das die Würdigung mit sich brachte, und die »100-prozentige Perfektion«, die die Gäste - angesichts von Menüpreisen um die 300 Euro - erwarteten. Der Michelin-Führer übrigens sah es gelassen: Wir gehen trotzdem weiter zu ihm, teilte die Redaktion mit. sat

Michael Nyqvist

8. 11. 1960 - 27. 6. 2017

Kein Wunder, dass der schwedische Schauspieler Michael Nyqvist bei einigen großen deutschen Medien so beliebt ist: Zum einen hat er in der »Millennium«-Trilogie in der wichtigsten Rolle seines Lebens einen zwar zynischen, aber aufrechten und hartnäckigen Enthüllungsjournalisten gespielt - eine Darstellung, die vielen Angehörigen des im Feuer der Kritik stehenden Berufsstands sicher geschmeichelt hat. Zum anderen gab der in Stockholm geborene und verstorbene Vater zweier Kinder in »Mission Impossible - Phantom Protokoll« den (natürlich verschlagenen) schwedischstämmigen Russen Kurt Hendricks - und in »John Wick« den nicht weniger verschlagenen Vollblutrussen Viggo Tarasov. Auch diese Parts taten einigen hiesigen Redakteuren sicher gut, unterfütterten sie doch scheinbar deren irrational-russenfeindliche Linie.

Nyqvists Hollywood-Schurken waren dennoch große europäische Schauspielkunst (auch die Russen) und sie hatten stets einen glaubhaft zerknitterten Charme. Er wird uns post mortem noch erhalten bleiben - etwa in dem noch nicht angelaufenen Weltkriegsdrama »Radegund« von Terrence Malick. tri

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