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Katar drohen neue Sanktionen

Außenminister Abdulrahman al Thani nennt Forderungen Saudi-Arabiens nicht annehmbar

  • Von Oliver Eberhardt
  • Lesedauer: 3 Min.

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Auf Twitter und Facebook verbreiteten saudische Botschaften am Wochenende Schaubilder, die erklären sollen, warum man Katar isoliert hat. Es gehe darum, eine Politik zu ändern, die Terror fördert und finanziert, während Katars Regierung sich als Hüterin der Pressefreiheit, als kleines Bollwerk gegen autokratische Regimes darstellt. 13 Forderungen haben Saudi-Arabien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Bahrain an Katar gestellt. Am Sonntag lief die Frist zu Erfüllung ab - ergebnislos. Die Blockade, die Katars Verbindung zur Außenwelt auf einen engen Luftkorridor beschränkt, geht weiter. Der Anti-Katar-Allianz gehe es nicht um die Bekämpfung des Terrorismus, sagte Außenminister Scheich Mohammad bin Abdulrahman al Thani am Samstag in Rom; vielmehr wolle man Katars Souveränität beschneiden. Man sei aber bereit, über die Sorgen der Nachbarn zu sprechen. Und man habe »keine Angst« vor einer militärischen Intervention.

Denn aus Teheran und Ankara werden in diesen Tagen immer wieder Solidaritätsadressen in Richtung Doha entsandt. Medienwirksam wurden Schiffe mit »Hilfslieferungen« für das extrem reiche Emirat auf den Weg geschickt, das innerhalb von nur einer Woche 4000 Kühe einfliegen ließ. Vor allem in den iranischen Medien dominieren Bilder von leeren Supermarktregalen, von Lastwagen, die sich an der saudisch-katarischen Landgrenze stauen sollen. Iran lässt keinen Zweifel daran, dass man Katar als Teil der eigenen Einflusssphäre sieht: »Wir hoffen, dass sich eine Eskalation vermeiden lässt«, sagte ein Sprecher der Revolutionsgarden, »wir stehen aber an der Seite Katars, wenn seine Souveränität in Gefahr ist.« Die Türkei hat indes das eigene Truppenkontingent in Katar massiv verstärkt.

Seit 2014 unterhält man dort eine Militärbasis, die zwar auf 5000 Soldaten ausgelegt ist, aber bis vor kurzen von nur 200 schwach bewaffneten Soldaten genutzt wurde. »Katar ist für die Türkei ein wichtiger strategischer Partner«, sagt Can Kasapoglu, Verteidigungsanalyst des Thinktanks EDAM in Istanbul, und verweist darauf, dass beide Regierungen in der Region oft gleiche Ziele verfolgen. Beide unterstützten die Absetzung des ägyptischen Dauerdiktators Husni Mubarak und verurteilten die Machtergreifung durch Abdelfattah al-Sisi. Beide weigern sich auch, die ägyptische Muslimbruderschaft und die palästinensische Hamas als Terrororganisationen einzustufen, und unterstützen Rebellen gegen Baschar al-Assad in Syrien. Aber vor allem stellte sich die katarische Regierung während des Putschversuches in der Türkei vor fast einem Jahr auf die Seite von Präsident Recep Tayyip Erdogan. Nun hofft Katar, dass die Türkei das gleiche tun werde. Doch Kasapoglu weist darauf hin, dass die türkische Regierung wohl kaum ihre Beziehungen zu Saudi-Arabien gefährden wolle - man hoffe auf Rüstungsdeals und Investitionen: »Die Unterstützung für Katar ist symbolisch.«

Derweil drohen Katar neue Sanktionen von seinen Nachbarstaaten. Wie der mit saudischem Geld finanzierte arabische Nachrichtenkanal Al-Arabiya am Sonntag berichtet, berieten Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Ägypten über eine Liste möglicher neuer Zwangsmaßnahmen.

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