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Peter Tauber ist PR-Profi. Mit anderen Worten: Der CDU-Generalsekretär weiß seine Leidenschaften zu zügeln, um sie im richtigen Moment loszulassen. So geschehen am Montagabend, als ein Twitter-User die ironische Frage an Tauber gerichtet hatte, ob das Wahlkampfversprechen der CDU, bis 2025 für Vollbeschäftigung zu sorgen, für ihn bedeute, in drei Minijobs gleichzeitig arbeiten zu müssen. »Wenn Sie was Ordentliches gelernt haben, dann brauchen Sie keine drei Minijobs«, war die Antwort Taubers, die in den sozialen Netzwerken einen Shitstorm, einen Sturm der Empörung auslöste - auf den Tauber es wohl allerdings angelegt hatte.

Bevor Tauber 2008 in den Bundestag gewählt wurde, arbeitete er als Unternehmenssprecher einer Vermögensberatung. Als die Kanzlerin den 42-jährigen Historiker aus Südhessen 2013 zum Generalsekretär ernannte, fand sie in Tauber einen Medienprofi, der die Logik der Erregungsökonomie versteht und für seine Parteikollegen einen Leitfaden für die Nutzung sozialer Medien erstellte. Äußerungen auf Twitter und Facebook sollten humorvoll, kurzweilig und prägnant formuliert sein, heißt es darin. In jedem Fall aber sei trotzdem nach der Regel zu verfahren: Erst denken. Dann schreiben.

Wenn Tauber seinen eigenen Leitfaden befolgt hat, war seine Provokation gegen Minijobber eine kontrollierte Entgleisung, eine Provokation, die Aufmerksamkeit erheischt, ohne zugleich die Grenzen des Anstands zu übertreten. Denn Pöbeleien gegen Minijobber sind schlechterdings sicheres Terrain. »Selbst dran schuld«, so der populäre Vorwurf, den Tauber bedient. Die Aufregung darüber war kalkuliert und die Öffentlichkeit verzieh bereitwillig. Wer weiß, vielleicht war selbst die Entschuldigung, die erwartbar auf die Aufregung folgte, von Tauber längst vorformuliert gewesen.

Übrigens, auch das passt in 141 Zeichen: Mehr als die Hälfte der Minijobber besitzen eine anerkannte Berufsausbildung.

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