Werbung

Vergewaltigungsopfer zu 30 Jahren Haft verurteilt

Menschenrechtsorganisation in El Salvador will Urteil anfechten lassen

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

San Salvador. Ein Gericht in El Salvador hat eine junge Frau, die Opfer einer Vergewaltigung wurde, wegen einer Totgeburt zu 30 Jahren Haft verurteilt. Wie die Menschenrechtsorganisation Acdatee am Freitag mitteilte, wurde Evelyn Hernandez vergewaltigt und erlitt nach einer achtmonatigen Schwangerschaft eine Fehlgeburt. Das Gericht in der Stadt Cojutepeque verurteilte Henandez am Mittwoch jedoch wegen Mordes. Es folgte der Argumentation der Staatsanwaltschaft, die seinerzeit 18-Jährige habe nicht ausreichend für ihr ungeborenes Kind gesorgt.

Acdatee will das Urteil nun anfechten lassen. »Hernandez wurde ohne direkte Beweise für schuldig erklärt«, sagte die Sprecherin der Organisation, Morena Herrera. Die junge Frau habe die Vergewaltigung verschwiegen, weil ihre Familie bedroht worden sei. Sie habe ihre Schwangerschaft nicht bemerkt und das Kind im April vergangenen Jahres unter starken Schmerzen in ihrem Badezimmer zur Welt gebracht.

Seit 20 Jahren ist Abtreibung in El Salvador kriminalisiert. Damit ist das Land eins von fünf Ländern auf der Welt, in denen Abtreibung unter allen Umständen illegal ist. Selbst wenn Frauen aus gesundheitlichen Gründen ihr Kind verlieren, können sie in dem zentralamerikanischen Land zu langen Freiheitsstrafen verurteilt werden. Abgeordnete unternahmen im Oktober vergangenen Jahres einen Versuch, Abtreibungen zu entkriminalisieren. Doch sie scheiterten am Widerstand der konservativen Parteien.

Die Menschenrechtsorganisation Acdatee startete 2014 eine Kampagne für die Freilassung von 17 von der salvadorianischen Justiz wegen Mord inhaftierten Frauen. Seitdem sind drei von ihnen freigelassen worden. Eine weitere Frau wird im kommenden Jahr aus der Haft entlassen, ihre Strafe wurde von 30 auf 15 Jahre reduziert. Seit 2014 wurden aber erneut mindestens 5 Frauen verurteilt, unter ihnen Hernandez. nd/Agenturen

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!