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Die Folgen des Unglücks

Nach Simpsons Tod wurden Dopingmittel definiert

Zyniker werden behaupten, aus dem dopingbedingten Tod von Radprofi Tom Simpson hätte der Sport seinerzeit nichts gelernt. Speziell im Radsport wurde munter weiter gedopt. Kaum ein Toursieger, der nicht irgendwann mal positiv getestet wurde oder seinen Erfolg später sogar aberkannt bekam. Dennoch hatte das Unglück vom Mont Ventoux durchaus seine Konsequenzen.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde Doping von Verbänden und Fans weitgehend toleriert, auch weil die Nebenwirkungen noch unbekannt waren. 1960 jedoch fiel der dänische Radfahrer Knud Enemark Jensen beim Olympischen Mannschaftszeitfahren in Rom von Hitze und Dopingmitteln geschwächt vom Rad und starb. Der Weltverband UCI nahm den Kampf gegen Doping in den Folgejahren in seine Satzung auf und führte 1966 erste Dopingkontrollen ein. Allerdings existierten weder eine allgemeingültige Definition des Dopingbegriffs noch Listen mit verbotenen Stoffen. Allerdings war auch klar, dass in jener Zeit Amphetamine, die Tom Simpson später zum Verhängnis werden sollten, als das Dopingmittel schlechthin galten.

Die Fahrer protestierten. Sie streikten sogar kurzzeitig bei der Tour 1966, da sie einerseits befürchteten, dass zu viele von ihnen bei den Kontrollen auffallen würden. Andererseits wurden Proben auch noch nicht versiegelt, so dass Kontaminationen nicht ausgeschlossen werden konnten. Da jedoch auch die Offiziellen zu viele positive Fälle fürchteten, wurde nur sehr zurückhaltend kontrolliert. Trotzdem war fast ein Drittel aller Fahrer positiv, ausgeschlossen wurden sie aber nicht, und die Gemüter beruhigten sich. Von Geldstrafen und Lizenzentzügen, die als Strafen vorgesehen waren, ist kein Fall dokumentiert.

Bis zum Tod von Tom Simpson am 13. Juli 1967. 14 Fahrer wurden in den folgenden Wochen nach positiven oder verweigerten Dopingtests zu Strafzahlungen über 2000 Francs oder dreimonatigen Sperren verurteilt. Im September 1967 veröffentlichte die UCI dann ihre erste Dopingliste, die Ärzte und Pharmakologen zusammengestellt hatten.

Auch das Internationale Olympische Komitee führte eine Liste ein. Amphetamine standen drauf. Das hinderte viele Fahrer zunächst aber nicht daran, sie weiter einzunehmen, denn ein verlässliches Analyseverfahren wurde erst 1972 eingeführt. Und besonders viele Kontrollen gab es auch weiterhin nicht. ok

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