Fiese Fietser

Für Alexander Ludewig wird ein gemütlicher Ausflug in Utrecht zum puren Stress

  • Von Alexander Ludewig
  • Lesedauer: 2 Min.
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Fietsen, überall Fietsen. Was komisch klingt, kann Spaß machen - ist aber vor allem eine sinnvolle Sache. In den Niederlanden gibt es mehr als 22 Millionen Fietsen, also Fahrräder. Einwohner hat das Land aber nur knapp 17 Millionen. Da fragt man sich, warum - wie nicht selten gesehen - zu zweit auf einem Fahrrad gefahren wird? Weil es romantisch ist, manchmal aber auch einfach nur praktisch. Und weil es sicherer ist als anderswo.

In den Niederlanden sind Fahrradfahrer gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer. Das ist an jeder Kreuzung zu beobachten. So sind auf vielen Straßen in der Innenstadt Utrechts die Fahrradwege fast genau so breit wie die Fahrbahn der Autos! Übersichtlich schlängeln sich diese rot geteerten Bahnen durch die Stadt und werden in der Regel von Autofahrern respektiert: lieber bremsen, als unter den Verdacht der Rücksichtslosigkeit zu geraten.

Fietsen bezeichnet auch die Tätigkeit an sich. Fahrradfahren ist gesund und schont die Umwelt. Also fietse auch ich in Utrecht. Holland erleben, Holland sehen - Oranje Kijken. Recht schnell bin ich aber überfordert. Nicht Autos oder Busse lassen diese als gemütlichen Ausflug geplante Tour stressig werden. Es sind die fiesen Fietser. Viele rasen und kennen nur ihre Richtung, einige würde ich als latent aggressiv beschreiben. Ein lautes »Hei« kommt von hinten - der Mann im Businesslook rauscht an mir vorbei. Auch eine Mutter mit ihrem Kind hinten drauf überholt mich, dreht sich sich noch mal um und schüttelt den Kopf.

Ich bin mir keiner Schuld bewusst, fahre geradeaus und ganz ordentlich rechts. Ich kann es nur vermuten: Vielleicht ist es mein ständiger Tempowechsel, der die Fietser so erregt? Jedenfalls hab ich erst mal genug, halte rechts und steige ab. Nun klingelt es wild hinter mir. Stimmt: Nicht nur das Abbiegen, sondern auch das Anhalten muss man hier ja anzeigen. Das hatte ich vergessen. Ich steh auf dem Gehweg und lass die vielen Fahrradfahrer an mir vorbeiziehen. Und? Nichts! Ich war anscheinend das einzige Problem.

Diese eher schlechte Erfahrung wird meine grundsätzliche Meinung nicht ändern. Es ist gut, wenn auf Landstraßen die Autos zwischen zwei Fahrradwegen nur 60 fahren dürfen. Nicht umsonst stehen die Niederlande in der europäischen Unfallstatistik fast am besten da: 28 Verkehrstote kommen hier auf eine Million Einwohner, in Deutschland sind es 43. Eine Tour auf dem mehr als 35 000 Kilometer langen Radwegenetz in den Niederlanden würde ich also jederzeit weiterempfehlen.

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