Von Mossul bis Kabul

René Heilig liest aus der UN-Afghanistan-Statistik auch ein IS-Problem heraus

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Kampf ohne Machtbekenntnis

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Die UN-Mission in Kabul (UNAMA) addiert das Grauen und muss feststellen, dass die Anzahl der zivilen Opfer des Krieges auf einem Höchststand bleibt. Im ersten Halbjahr 2017 wurden 1662 Zivilisten getötet und 3581 verwundet. Laut Statistik erhöhte sich die Anzahl der Toten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zwei Prozent, die der Verwundeten ging um ein Prozent zurück. Fazit: Das Land ist weiter weit entfernt von Besserung.

Im Bericht klingt jedoch auch ein Problem an, das an Brisanz gewinnen wird: Neben den traditionellen Taliban-Killern treten immer öfter organisierte Mörder hervor, die sich mit Leib und Seele dem Islamischen Staat (IS) verschrieben haben. Sie sind als Akteure im Kampf um die Vorherrschaft in der afghanisch-pakistanischen (Atom-)Region durchaus ernst zu nehmen. Vor allem deshalb, weil sie Möglichkeiten zur Verlagerung des Kampfes aus Irak und Syrien bieten. Auch wenn Mossul aus IS-Sicht gefallen und Rakka nicht zu halten ist - die brutale Idee des IS lebt weiter. Und zwar mit einem soliden materiellen und vor allem autonomen Unterbau. Ähnliche Möglichkeiten bieten sich den Terroristen in Südostasien. Und wie lautet die Antwort der sogenannten Weltgemeinschaft? Sollen die mehr oder weniger vereinigten Anti-IS-Luftflotten nun - einem Wanderzirkus gleich - um die Welt ziehen und etwas bombardieren, das sich durch Bomben nicht zerstören lässt?

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