Von Gabi Kotlenko

Exit zum Sieg

Spiel des Jahres und Kennerspiel des Jahres in Berlin ausgezeichnet

Bruno Cathala mit seinem Gewinnerspiel
Bruno Cathala mit seinem Gewinnerspiel

Zum siebten Mal wählte in diesem Jahr eine Jury das Kennerspiel des Jahres aus. Drei Kandidaten standen zur Wahl. Die Sieger wurden am Montag zusammen mit den Gewinnern im Wettbewerb um das Spiel des Jahres in Berlin geehrt. Die für das Kennerspiel ausgewählten Werke richten sich an Menschen, die sich von »normalen« Spielen zuweilen unterfordert fühlen. Diesmal waren die Auserwählten »Exit« von Inka und Markus Brand aus Gummersbach, »Terraforming Mars« des schwedischen Doktors der Chemie Jacob Fryxelius sowie »Räuber der Nordsee« von Shem Phillips, der uns in die wilde Zeit der Wikinger entführt. Er hatte den weitesten Weg zur Preisverleihung. Phillips lebt in Neuseeland.

Inka und Markus Brand
Inka und Markus Brand

Für die Gewinner war der Gang auf die Bühne schon fast Routine. Bereits 2012 siegten Inka und Markus Brand - mit dem Spiel »Village«. Diesmal wählte die Jury »Exit« auf den ersten Platz. »Fesseln, herausfordernd, verblüffend«, so das Urteil der Juroren. Es geht darum, dass alle Mitglieder einer Gruppe gemeinsam aus einem verschlossenen Raum fliehen müssen. Dazu sind Rätsel zu lösen. Nominiert waren die ersten drei Titel der Reihe »Exit - das Spiel« aus dem Stuttgarter Kosmos-Verlag: »Die verlassene Hütte«, »Das geheime Labor« und »Die Grabkammer des Pharao«.

Seit 2006 entwickeln Inka und Markus Brand gemeinsam Spiele. »Beim Spazierengehen trifft einen manchmal ein Geistesblitz, und dann ist die Idee da«, meint Markus Brand. Seine Frau Inka ergänzt: »Meist hat einer die Grundidee, dann wirft man sich die Bälle zu und arbeitet gemeinsam. Ich glaube, es ist viel einfacher, ein Spiel zu zweit zu entwickeln.« Die Erfolge geben ihnen Recht. Auch das Kinderspiel des Jahres 2013, »Der verzauberte Turm«, ist ein Werk der Brands. Zum Kinderspiel des Jahres 2017 wurde im Juni in Hamburg »Icecool« (Amigo-Spiele) gewählt.

Auf die Suche nach neuen Ländereien gehen und Königskronen sammeln, im Kaufhaus die Ausrüstung für ein neues Abenteuer stehlen oder einen Wettlauf nach El Dorado zum sagenhaften Goldschatz starten - vor dieser Wahl stand die Jury für das diesjährige Spiel des Jahres. Sie musste sich entscheiden zwischen »Kingdomino« des Franzosen Bruno Cathala, »Magic Maze« des dänischen Spieleentwicklers Kasper Lapp - sein allererstes Spiel überhaupt - und »Wettlauf nach El Dorado« von Dr. Reiner Knizia. Der gilt als einer der kreativsten und erfolgreichsten Spieleentwickler weltweit. Er veröffentlichte mehr als 600 Spiele und Bücher in zahlreichen Ländern und Sprachen.

Als der Sieger verkündet wurde, konnte Bruno Cathala sein Glück kaum fassen. Sein Legespiel »Kingdomino« ist Spiel des Jahres. Es erschien im Friedberger Verlag Pegasus Spiele. Bei »Kingdomino« bauen sich Spieler Königreiche auf und legen dazu wie bei »Domino« Plättchen aneinander. Das Spiel hebe das klassische »Domino«-Prinzip auf eine neue Ebene, erläuterte die Jury. Es sei flott zu spielen und schnell zu erlernen.

Bruno Cathala sagte: »Es ist sehr bewegend für mich, jetzt hier zu stehen.« Es ist sein erster Spiele-Preis. Seit 2002 ist er Vollzeitspieleerfinder. »Vorher war ich Ingenieur, aber Spiele erfinden gefällt mir besser.«

Die Fachjury vom Verein »Spiel des Jahres« sondiert jährlich den Spielemarkt und wählt aus allen Neuerscheinungen die nach ihrer Ansicht besten Spiele aus. Bewertet werden dabei Idee, Regelgestaltung, Layout und Design. »Hase und Igel« gewannen 1979 die Premierenwahl zum Spiel des Jahres.

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