Tegel ist zu wertvoll für Flugzeuge

Wirtschaftssenatorin will Flughafenfläche für Start-ups und Unternehmen nutzen

  • Von Alexander Isele
  • Lesedauer: 3 Min.
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»Ohne ein ausreichendes Flächenangebot gibt es keine Ansiedlungen von neuen Unternehmen«, sagt Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) und zielt damit auf das Gelände des Flughafens Tegel. Damit die dynamische Entwicklung der Berliner Wirtschaft anhält, fordert Pop einen Ausbau des Areals zu einem »Treffpunkt von Wirtschaft und Wissenschaft, von Wohnen und Arbeiten« nach der Beendigung des Flugverkehrs. Es sei »entscheidend für die zukünftige Entwicklung der Hauptstadt«, genügend freie Flächen zur gewerblichen Nutzung zur Verfügung zu haben, so Pop weiter. Da die Wissenschaftsstadt Adlershof und der Campus Buch bereits beinahe dicht seien, sei das Gelände des Flughafen Tegels so wichtig, um es als einen zukünftigen Standort für die Verzahnung von Wirtschaft und Wissenschaft voranzutreiben.

Eigentlich kann sie sich gerade freuen. Die Wirtschaft in der Hauptstadt wächst und schafft Arbeitsplätze, vor allem im Wechselspiel zwischen Wissenschaft, Innovation und Industrie - dieses Fazit wurde auf der Halbjahrespressekonferenz der Wirtschaftsfördergesellschaft »Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie« gezogen. Um 75 Prozent stieg das Investitionsvolumen der derzeit 164 geförderten Firmen im ersten Halbjahr 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, teilten die von Land und Privatunternehmen gemeinschaftlich getragenen »Berlin Partner« am Montag mit. Insgesamt wurden seit Januar 356 Millionen Euro investiert, etwa zwei Drittel davon von bereits ansässigen Unternehmen.

Auch der Geschäftsführer von »Berlin Partner«, Stefan Franzke, sorgt sich um die notwendigen Flächen in Berlin. »Man verlässt die Mitte«, erklärt Franzke am Beispiel von Coworking-Plätzen, die in Marzahn-Hellersdorf und Steglitz-Zehlendorf entstehen. »Für Unternehmen, die aus dem Ausland kommen, sind Quadratmetermietpreise von 30 Euro kein Problem.« Solche Preise stellten für heimische Unternehmen ein Problem dar, die jetzt expandieren wollen. Sie mussten bisher zehn Euro pro Quadratmeter zahlen. Auch Franzke fordert die Umwandlung des Flughafen Tegels in ein Wissenschafts- und Industriestandort.

Der Geschäftsführer von »Berlin Partner« sieht in der Start-up-Szene einen immer wichtiger werdenden Teil der Wirtschaft in der Hauptstadt. Mit Partnerschaften mit Tel Aviv, Paris, New York, Shanghai, London und ab Oktober auch Los Angeles sei die Start-up-Szene bestens vernetzt.

Senatorin Pop zeigte sich erfreut über die »guten Zahlen und schönen Erfolge von unseren Start-ups«. Die von »Berlin Partner« unterstützten 164 Unternehmen schufen seit Anfang des Jahres rund 6400 neue sozialversicherungspflichtige Stellen, wobei fast zwei Drittel davon durch die Expansion bestehender Firmen entstand. Für Pop Grund, »einen Luftballon steigen zu lassen«.

Fast 40 000 Neugründungen gibt es pro Jahr in der Hauptstadt. Damit diese Dynamik anhält, fordert Pop, dass sich Berlin weiter um Talente bemühen müsse. Im Wettbewerb um Fachkräfte brauche es neben einer guten Ausbildung an Universitäten und Hochschulen auch die Möglichkeit zur beruflichen Weiterbildung - aber auch das Werben um Köpfe aus dem Ausland, eine der Aufgaben von »Berlin Partner«. Auch müsse die Vernetzung von Industrie, Wissenschaft und Innovationen weiter vorangetrieben werden, fordert Pop, die dabei für »Berlin Partner« eine wichtige Rolle sieht. Die Fördergesellschaft helfe dabei, Start-ups und Bestandunternehmen enger zu vernetzen. Die Digitalisierung spiele in der modernen Industrie eine zentrale Rolle, die alle Bereiche durchziehe. Die Einteilungen in verschieden Industriekategorien kaum sei so kaum mehr möglich. »Die Digitalisierung ist die Treiberin von Innovationen und Wachstum in der Stadt«, so Pop.

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