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Länger als acht Stunden in der Kita

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 2 Min.

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In Brandenburg wird die Kitabetreuung nur für sechs Stunden täglich finanziert. Tatsächlich verbringen aber 65 000 Mädchen und Jungen mehr als acht Sunden am Tag in der Krippe oder im Kindergarten. Das ist ein sehr großer Anteil, denn insgesamt besuchen im Bundesland 170 000 Kinder eine Kita. Viele Eltern haben gar keine andere Möglichkeit, als ihre kleinen Kinder lange in der Kita zu lassen. Denn wenn Mutter und Vater berufstätig und acht Stunden beschäftigt sind, kommt ja noch der Weg zur Arbeit und zurück zur Kita hinzu.

Die unzureichende Finanzierung führt dazu, dass der Personalschlüssel auf dem Papier steht, die Gruppen aber tatsächlich viel größer sind als es nach den statistischen Angaben aussieht.

Hier müsse etwas getan werden, meinte die Landtagsabgeordnete Gerrit Große (LINKE) am Dienstag. Ihre Fraktion hatte sich vom 10. bis zum 14. Juli auf eine Kita-Tour begeben. Die Abgeordneten besuchten Kitas, absolvierten dort zum Teil Praktika und kamen mit Erziehern und Eltern ins Gespräch. Dabei sei der Linksfraktion dieses Problem mit auf den Weg gegeben worden, erzählte Große. Auf die inzwischen längeren Betreuungszeiten müsse im Doppelhaushalt 2019/2020 reagiert werden.

Der gegenwärtige Betreuungsschlüssel sieht vor, dass eine Erzieherin auf fünf kleine Krippenkinder kommt und eine Erzieherin auf zwölf größere Kindergartenkinder. Bei den Großen soll der Betreuungsschlüssel ab August 2017 auf eins zu 11,5 verbessert werden und ab 2018 auf eins zu elf. Allein dadurch werden in Brandenburg 500 zusätzliche Erzieherinnen gebraucht, rechnete die Abgeordnete Große vor.

Damit auch genug Erzieherinnen gefunden werden, wünscht sich Gerrit Große eine Regelung, dass den Frauen - oder auch den Männern - bei der privat organisierten Ausbildung wenigstens das Schulgeld erlassen wird.

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