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Mehr Gehalt für DDR-Lehrer ist möglich

Berlin will Vorreiter bei der Bezahlung neu ausgebildeter Grundschullehrer werden / DDR-Lehrer bisher von der Lohnsteigerung ausgenommen

Zum kommenden 1. August dürfen sich Grundschullehrer über eine bessere Bezahlung freuen. Pädagogen, die nach dem Lehrkräftebildungsgesetz aus dem Jahr 2014 ausgebildet wurden, bekommen dann nämlich 5200 brutto im Monat – rund 500 Euro mehr. »Das Land Berlin nimmt damit bundesweit eine Vorreiterstellung bei der Bezahlung für die neu ausgebildeten Grundschullehrkräfte ein«, sagt Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD). Insgesamt 22,6 Millionen Euro lässt sich der Senat diese Verbesserung kosten, damit die Grundschullehrer, die wie Studienräte ausgebildet wurden und immer mehr Anforderungen erfüllen müssen, besser bezahlt werden.

Anders als die seit 2014 ausgebildeten Grundschullehrer sind noch in der DDR ausgebildete Lehrer von der Lohnsteigerung ausgenommen. Nach Angaben der Senatsbildungsverwaltung handelt es sich um rund 1350 sogenannte »Lehrer unterer Klassen«. In den kommenden Wochen dürfte es deshalb öfter zu der Situation kommen, dass die erfahrenen Lehrkräfte die Neuen einarbeiten, die aber bereits zu Berufsbeginn mehr verdienen als sie selbst.

Ein neues Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages, das die Abgeordnete Gesine Lötzsch (LINKE) in Auftrag gegeben hat, belegt unterdessen, dass es einem Bundesland »kompetenzrechtlich grundsätzlich möglich« ist, eine Ausgestaltung der laufbahnrechtlichen und der besoldungsrechtlichen Vorgaben für Lehrkräfte vorzunehmen. Kurz: Die Ausgestaltung liegt im Ermessen des Landesgesetzgebers. »Der Senat kann jetzt völlig frei handeln und Gerechtigkeit herstellen«, sagt Gesine Lötzsch dem »nd«. Auch die Bildungsgewerkschaft GEW fordert laut ihrem Sprecher Markus Hanisch eine »klare Regelung«, bis wann das kommt und wie eine Höhergruppierung für die nach alten Vorschriften ausgebildeten Grundschullehrer aussehen könnte.

Auch die LINKE drängt bei Rot-Rot-Grün auf eine solche Regelung. Sandra Scheeres sagt: »Ich werde in einem zweiten Schritt prüfen, ob und in welcher Form bei Lehrern unterer Klassen und Sonderschullehrern Verbesserungen vorgenommen werden können.«

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