Werbung

Verunsicherung anerkennen

Johanna Treblin fordert mehr Empathie für die Mitarbeiter des Landesamts für Flüchtlingsangelegenheiten

  • Von Johanna Treblin
  • Lesedauer: 2 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Gegen mindestens 15 Mitarbeiter des Landesamts für Gesundheit und Soziales wird ermittelt. Erst ging es um Vorgänge aus 2013, zwei Jahre vor dem offensichtlich gewordenen Verwaltungschaos am Landesamt, als sich 2015 pro Tag mehr als tausend Geflüchtete registrieren lassen wollten. Wenn schon zuvor einfache Mitarbeiter ins Visier der Staatsanwaltschaft gerieten, weil sie aus Personalmangel und teils auch wegen fehlerhafter Strukturen - so gab es beispielsweise über Jahrzehnte keine Ausschreibungen für Flüchtlingsheime - pragmatische Lösungen fanden, war absehbar, dass es auch jene treffen würde, die zur Hochzeit der Zuzugszahlen das Chaos zu verwalten versuchten.

Auf mindestens sechs Beschäftigte trifft das mittlerweile zu. Es wundert nicht, dass nun auch die übrigen - ehemaligen und aktuellen - Mitarbeiter sich sorgen, ob sie als nächste dran sein werden.

Was sie brauchen, ist eine Leitung, die hinter ihnen steht. Sowohl seitens der Führung der Behörde als auch der Senatsverwaltung. Bis jetzt fühlen sie sich weitgehend alleingelassen. LAF-Präsidentin Claudia Langeheine oder Sozialsenatorin Elke Breitenbach (LINKE) können sich natürlich nicht in laufende Verfahren einmischen. Aber was sich die Mitarbeiter wünschen, ist zumindest das Anerkennen ihrer Sorgen und das Gefühl, dass ihr Arbeitgeber sie unterstützt. Dass Senatorin Breitenbach nun öffentlich gesagt hat, dass sie die Verunsicherung der Mitarbeiter nachvollziehen kann, ist ein wichtiger erster Schritt. Das ist aber nicht alles. Sie hat auch angekündigt, das Gespräch mit den Mitarbeitern suchen und gegen die Verunsicherung angehen zu wollen.

Vielleicht wird das dazu führen, dass die Mitarbeiter sich nicht mehr als Objekte, sondern auch als Subjekte ihrer Behörde fühlen werden. Und bald nicht mehr von »denen« sprechen werden, sondern von einem »Uns« und »Wir«.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!