Die Verbindung zum Nichts

Stege gibt es in allen Variationen: Als Boots- und Schiffsanlegesteg, als Aussichtsplattform, als Teil von Verkehrspfaden und als Ausdrucksmittel in der Kunst. Sie verbinden und sie trennen Menschen.

  • Von Anita Wünschmann
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Stege riechen zumeist nach Teer und Schlick. Nach Holzschutz. Wenn die Sonne die Planken erwärmt, duftet es nach Sommer. Fragt man Leute, was sie mit einem Steg verbinden, erzählen sie Geschichten aus ihrer Kindheit: die selbstgebaute Angel, Rotfedern und Süßwasserkrebse, der erste Kopfsprung, von Ausflüglern, die sich für ein Picknick an die äußerste Kante eines Steges setzen, als könnte man in dieser Position besser den Alltag hinter sich lassen. Stege zeigen ihren größten Variantenreichtum an Seen und Flüssen, um Fischern und Bootsfahrern das Ein- und Aussteigen in ihre Gefährte zu ermöglichen. An südlichen Gewässern wird noch immer knorriges Holz in den Boden gerammt, das von Windflüchtern stammt. Dazu Bretter aus alten Kisten. Hoch ragen die Stemmpfeiler auf, als würden sie zugleich tragendes Gerüst und Segelmast sein wollen; zumindest irgendein Zeichen der Verwegenheit.

Stege bedeuten, egal wo, Raumerweiterung. Stege sind ei...


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